Das günstigste E-Auto der Schweiz

Mit dem Twingo Electric bietet Renault das momentan günstigste Elektroauto der Schweiz an. Eine erste Testfahrt zeigt: Auf Spass muss man trotz tiefem Preis nicht verzichten.

Philipp Aeberli
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Renault Twingo Electric

Renault Twingo Electric

Bild: HO

Der Preis ist entscheidend: Ein Kritikpunkt, den sich Elektroautos häufig gefallen lassen müssen, ist der hohe Preis. Dem sagt Renault mit der E-Version des Twingo nun den Kampf an: Mit einem Einstiegspreis von 20 900 Franken abzüglich eines Elektrobonus von 2000 Franken wird der elektrisch angetriebene Kleinwagen zum günstigsten Elektroauto der Schweiz. Dafür kriegt man einen Kleinwagen mit genügend Platz für den städtischen Alltag, 22 kWh Batteriekapazität und eine Reichweite von 190 Kilometern im gemischten Fahrzyklus – oder gar 270 Kilometer im städtischen Fahrbetrieb. An einer Haushaltsteckdose ist der leere Akku nach 15 Stunden wieder komplett geladen. An einer Wallbox oder öffentlichen Ladestation mit 22 kW Leistung ist die Batterie nach nur einer Stunde wieder zu 80% geladen.

Der Twingo ist ohnehin schon ein Auto, welches gute Laune verbreitet. Der kleine Wagen mit frechem Design weckt Sympathien bei Passanten – und macht auch den Fahrer fröhlich. Mit nur 8,6 Metern Wendekreisdurchmesser ist man auch in engsten Seitenstrassen wendig und problemlos unterwegs. Zu dieser Wendigkeit passt der nun erhältliche E-Antrieb perfekt: Er zieht vom Stand weg gleichmässig und kräftig an. In gut vier Sekunden sind 50 km/h erreicht, die Höchstgeschwindigkeit ist mit 135 km/h gerade noch Autobahn-tauglich. Dafür reichen ihm dank nur rund 1200 kg Leergewicht bescheidene 81 PS und 160 Nm Drehmoment.

Mit dem munteren Antrieb, den kompakten Abmessungen und der fast konkurrenzlosen Wendigkeit fühlt sich das Fahren im Twingo Electric fast schon an, wie mit einem Go-Kart – nur mit deutlich mehr Komfort. Die Federung ist sanft abgestimmt, federt Unebenheiten durchaus gekonnt weg und erlaubt in Flott gefahrenen Kurven spürbar viel Seitenneigung. Das tut der Fahrfreude aber keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil. Der Innenraum ist komplett identisch zum herkömmlich angetriebenen Twingo; die Batterie liegt unter den Vordersitzen, der Motor, wie bei Benziner und Diesel, direkt an der Hinterachse. So sitzt man auf den Vordersitzen mit genügend Platz, auch wenn der Sitz etwas hoch montiert ist und mehr Verstellmöglichkeiten bieten könnte.

Renault Twingo electric
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Bild: HO

Auf den Rücksitzen sind auch Erwachsene zumindest für kürzere Strecken gut aufgehoben, der Kofferraum 188 bis 980 Litern zwar nicht riesig, für einen Kleinwagen aber auf jeden Fall ausreichend.

Das Cockpit an sich ist minimalistisch gehalten – bietet aber dennoch alles, was man im Auto-Alltag braucht. Der Tacho mit analogem Zeiger und kleinem Digitaldisplay zeigt dem Fahrer auf übersichtliche Art alles, was er zu wissen braucht, das Navigationssystem wirkt simpel und rustikal, findet den Weg aber ohne zu zögern.

Fazit:

Der elektrische Twingo ist bestimmt kein Alleskönner. Er ist weder Familienkutsche noch Reisewagen für Langstrecken. Aber er ist auf jeden Fall ein ideales Stadtauto, ein praktischer Einkaufsbegleiter oder ein guter Pendler-Wagen für kurze Arbeitswege.
Beim Preis von unter 20 000 Franken darf er es sich mit gutem Gewissen erlauben, kein Alleskönner zu sein, da er für viele Käufer vielleicht auch als Zweitwagen in Frage kommt.

Das grösste Plus am kleinen Stromer ist aber schlussendlich, dass er kein reines Arbeitstier ist. Mit seinem sympathischen Design und seinem agilen Fahrverhalten bringt er viel Freude in den Auto-Alltag. Und beweist damit, dass Fahrspass nicht nur durch viel Motorleistung und einen hohen Preis erkauft werden kann. Der elektrische Twingo ist also nicht nur das günstigste, sondern auch eines der fröhlichsten E-Autos am Markt.

Konkurrenz kriegt der Twingo im Frühjahr 2021 aus dem eigenen Hause: Der Dacia Spring electric soll ebenfalls schon für weniger als 20 000 Franken zu haben sein, bietet 225 Kilometer Reichweite, mit 44 PS deutlich weniger Leistung als der Twingo – dafür aber mehr Platz im Innenraum.

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