Zudem seien mehr als zehn Menschen verletzt worden. Hunderte Demonstranten forderten im Zentrum Khartums den Rücktritt des seit knapp 30 Jahren regierenden Präsidenten Omar al-Baschir. Ein Reporter der Nachrichtenagentur dpa beobachtete mehrere Festnahmen.

Der nordostafrikanische Sudan befindet sich derzeit in einer schweren Wirtschaftskrise. Wegen einer sehr hohen Inflationsrate haben die Menschen zuletzt deutlich an Kaufkraft verloren. Die Proteste dauern seit rund vier Wochen an und wurden ursprünglich durch eine Erhöhung der Brot- und Ölpreise ausgelöst.

Bis Anfang des Monats waren der Regierung zufolge bereits mehr als 800 Menschen im Zusammenhang mit den Protesten festgenommen worden. Menschenrechtlern zufolge kamen Dutzende Menschen bei Zusammenstössen mit den Sicherheitskräften um.

Die Uno-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, zeigte sich angesichts der "exzessiven Gewalt" bei der Unterdrückung der Proteste besorgt. "Eine Niederschlagung kann die Klagen der Menschen nur verschlimmern", erklärte sie am Donnerstag in Genf.

Das EU-Parlament verurteilte den Einsatz brutaler Gewalt gegen die Demonstranten aufs Schärfste. Die Regierung in Khartum müsse den willkürlichen Festnahmen, der Inhaftierung und Folter friedlicher Demonstranten ein Ende setzen, verlangte das Parlament in einer Entschliessung.

Es müsse verhindert werden, dass noch mehr Blut fliesst. Auch die systematische Unterdrückung von Menschenrechtsaktivisten, Oppositionellen, Rechtsanwälten, Professoren, Studenten und engagierten Ärzten in dem nordostafrikanischen Land müsse beendet werden.