Li Peng war wegen seiner massgeblichen Rolle bei der blutigen Niederschlagung der Proteste auf dem Tiananmen-Platz 1989 in Peking weltweit bekannt geworden.

Er sei am späten Montagabend an den Folgen einer nicht behandelbaren Krankheit gestorben, berichtete Xinhua. In der Vergangenheit hatte der Ex-Regierungschef mit Blasenkrebs zu kämpfen.

Trotz seiner zentralen Rolle bei der brutalen Niederschlagung der Tiananmen-Proteste blieb Li mehr als zehn Jahre lang Mitglied des mächtigen Politbüros in Peking. Bis 2003 war er zudem Vorsitzender des Nationalen Volkskongresses. Der einflussreiche Technokrat stand lange an der Spitze der konservativen Fraktion der Kommunistischen Partei.

Die chinesische Armee war in der Nacht zum 4. Juni 1989 mit Panzern gegen Studenten vorgegangen, die auf dem Tiananmen-Platz in Peking für mehr Demokratie demonstrierten. Hunderte, nach einigen Schätzungen sogar mehr als tausend Menschen wurden damals getötet. Bis heute lässt Peking keine Aufarbeitung der Vorfälle zu.