US-Wahlkampf

Weit über hundert Millionen – Trump und seine Herausforderer füllen ihre Wahlkampfkassen

Knapp 103 Millionen Dollar befinden sich in Donald Trumps Wahlkampfkasse.

Knapp 103 Millionen Dollar befinden sich in Donald Trumps Wahlkampfkasse.

Zu Beginn des Wahljahres 2020 sitzt Präsident Donald Trump auf gut gefüllten Wahlkampfkassen – seine Konkurrenz jedoch auch.

Brad Parscale ist ein Mann der grossen Worte. «Atemberaubend» nannte der Wahlkampfchef von Donald Trump deshalb am Donnerstag die Tatsache, dass der republikanische Präsident im 4. Quartal 2019 46 Millionen Dollar an Spendengeldern gesammelt habe.

Dies sei «beispiellos», sagte der ehemalige Informatiker Parscale und verwies darauf, dass Trump diese Rekordsumme anhäufte, wäh­rend das Repräsentantenhaus in Washington über ein Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten diskutierte.

Wahr an dieser Prahlerei ist: Die Wahlkampfkasse des Präsidenten ist prall gefüllt. Ende Jahr verfügte Trump über fast 103 Millionen Dollar. Und: Das Amtsenthebungsverfahren hat nicht dazu geführt, dass sich seine Anhänger plötzlich von ihm abkehrten. Wahr ist aber auch, dass sich die Demokraten, die Trump im November 2020 aus dem Weissen Haus vertreiben möchten, kaum vor Spendengeldern retten können.

Zwar haben noch nicht alle 14 Präsidentschaftskandidaten, die sich noch im Rennen befinden, die Resultate des 4. Quartals bekannt gegeben. Aber die provisorischen Zahlen deuten darauf hin, dass die Demokraten zusammengenommen mindestens doppelt so viel Geld gesammelt haben wie Trump.

34 Millionen für Sanders

Aktueller Spitzenreiter ist Bernie Sanders, Senator aus dem kleinen Staat Vermont. Der linke Populist sammelte von Oktober bis Dezember 2019 34,5 Millionen Dollar – eine Zahl, die umso erstaunlicher ist, als dass Sanders das Quartal im Krankenbett begann.

Am 1. Oktober erlitt der 78-Jährige während eines Wahlkampfauftritts in Las Vegas (Nevada) einen Herzinfarkt, worauf er mehrere Tage in Spitalpflege verbringen und in seinem Wahlkampf zwei Wochen lang pausieren musste.

Den zweiten Rang nimmt Pete Buttigieg (37) ein, der bis Ende Dezember als Stadtpräsident von South Bend (Indiana) amtierte. Buttigieg sammelte im 4. Quartal 24,7 Millionen Dollar an Spenden. Auf dem dritten Platz befindet sich Joe Biden (77), ehemaliger Vize von Präsident Barack Obama: Der altgediente Berufspolitiker nahm von Oktober bis Dezember 22,7 Millionen Dollar ein. Und auf dem vierten Platz rangiert Andrew Yang (44): Dem ehemaligen Unternehmer gelang es, von Oktober bis Dezember 16,5 Millionen Dollar einzusammeln – eine erstaunliche Summe, ist Yang doch ein politischer Neuling, dessen Kandidatur von den etablierten Medien stiefmütterlich behandelt wird.

Noch ausstehend sind die aktuellen Zahlen führender Kandidaten wie Elizabeth Warren (70), der progressiven Senatorin aus Massachusetts, und Amy Klobuchar (59), der zentristischen Senatorin aus Minnesota.

Ausserdem befinden sich im Rennen der Demokraten zwei Multi-Milliardäre, die nicht auf Spendengelder angewiesen sind: der Medienunternehmer Mike Bloomberg (77) und der ehemalige Spekulant Tom Steyer (62).

Ein Blick zurück: Im 4. Quartal 2011 sammelten die republikanischen Herausforderer von Präsident Obama zusammengenommen gegen 66 Millionen Dollar. Der demokratische Amtsinhaber wiederum häufte in den drei Monaten Spendengelder im Umfang von knapp 40 Millionen Dollar an. Acht Jahre später sammelte Präsident Trump 46 Millionen.

Seine Herausforderer aber verfügen über weit mehr als 100 Millionen Dollar an Spendengeldern: Geld, das sie im innerparteilichen Ausscheidungsrennen in Werbung oder Kampagnen-In­frastruktur investieren können.

Der Ausscheidungskampf der Demokraten beginnt am 3. Februar mit den Wahlversammlungen (Caucuses) in Iowa. Am 11. Februar steht dann in New Hampshire die erste Vorwahl (Primary) auf dem Programm.

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