Bevor sie sich selbst töteten, haben sie 13 Menschen getötet und 24 verletzt. Die Täter hatten den Schul-Amoklauf in Littleton im US-Staat Colorado monatelang geplant. Bei beiden wurden nach dem Tod anhand von Tagebuch- und Videoaufzeichnungen schwere psychische Störungen diagnostiziert.

Seit dem Amoklauf an der Columbine High School vor 20 Jahren ist die Zahl der Schiessereien an Schulen signifikant angestiegen. Bis 1999 gab es sie fast ausschliesslich in den USA, als Folge der internationalen Berichterstattung kam es zu einer weltweiten Ausbreitung. Der Amoklauf von Columbine gilt deshalb als «Mutter aller Schulmassaker». 

In seinem Oscar-gekrönten Dokumentarfilm «Bowling for Columbine» über die US-Waffenlobby nahm Filmemacher Michael Moore im Jahr 2002 Bezug auf den Anschlag. 

Gedenkveranstaltung

20 Jahre nach dem Amoklauf an der Columbine High School haben die USA der 13 Opfer gedacht. In Littleton versammelten sich am Samstagnachmittag (Ortszeit) etliche Menschen bei einer Gedenkveranstaltung.

Mit einer Mahnwache haben Überlebende des Massakers an der Columbine High School in Littleton im US-Bundesstaat Colorado vor 20 Jahren gedacht.

Mit einer Mahnwache haben Überlebende des Massakers an der Columbine High School in Littleton im US-Bundesstaat Colorado vor 20 Jahren gedacht.

«Die Zeit mag die Intensität des Traumas mildern, aber die unglaublichen Erinnerungen bleiben», sagte der frühere Rektor der Schule, Ron Mitchell, bei der Zeremonie in Littleton im US-Bundesstaat Colorado. «Die Stärke und Widerstandsfähigkeit dieser Gemeinde hat uns Hoffnung gegeben.»

«Noch immer zu kämpfen»

Auch frühere Schüler und Colorados Gouverneur Jared Polis hielten eine Rede bei der Gedenkfeier in einem Park neben der Columbine-Schule. Ex-Präsident Bill Clinton, in dessen Amtszeit das Massaker fiel, meldete sich in einer aufgezeichneten Botschaft zu Wort.

Die Überlebende Mandy Cooke sagte am Samstag, der Tag des Massakers habe alles für sie verändert. «Als Überlebende haben wir die Kraft und den Mut gefunden, unseren Weg im Leben zu finden, aber das ging nicht ohne Schwierigkeiten. Ich weiss, dass viele von uns wegen dieses schrecklichen Tags noch immer zu kämpfen haben.» Cooke unterrichtet heute als Lehrerin an der betroffenen Schule.

18-jährige Nachahmerin tot aufgefunden

Erst vor ein paar Tagen geriet die Columbine High School wieder in die Schlagzeilen. Das FBI fahndete nach einer bewaffneten 18-Jährigen, die der Schule mit Gewalt gedroht hatte und der Bundespolizei zufolge eine «Besessenheit» mit dem Columbine-Massaker an den Tag gelegt hatte. Sie wurde tot aufgefunden. Die Ermittler gehen davon aus, dass sie sich selbst getötet hat.

Zwei weiterführende Youtube-Videos in Englisch

Craig Scott hat bei dem Amoklauf seine Schwester verloren. Fast 20 Jahre später besucht er seine ehemalige High School und spricht über die Erlebnisse und wie er mit diesen bis heute umgeht, Video vom Oktober 2018:

Sue Klebold ist die Mutter des einen Attentäters, Dylan Klebold. Nach Jahren der Verarbeitung spricht sie öffentlich über ihre Geschichte und ihre Schlussfolgerungen:

(SDA/smo)