Am Samstag wird Trump in Saudi-Arabien erwartet, einem wichtigen Alliierten der USA im Nahen Osten. Das autoritär regierte sunnitische Königreich ist für die USA von grosser strategischer und militärischer Bedeutung. Für Washington ist Saudi-Arabien in Fragen der regionalen Vorherrschaft in Nahost das grosse Gegengewicht zum Iran, dem Hauptfeind Israels.

In Riad trifft Trump König Salman. Bis Montag stehen ein Treffen des Golf-Kooperationsrates sowie ein Gipfeltreffen von angeblich 50 muslimischen Ländern an. Bei diesem Treffen will Trump eine zentrale Ansprache zu einer friedvollen Vision des Islams halten.

Vor dem Hintergrund des Kampfes gegen die Terrormiliz Islamischer Staat wird Trump in Riad möglicherweise auch eine arabische Version der NATO ins Spiel bringen.

Achtung vor unbedachten Aussagen

In seiner Rede in Saudi Arabien, dem Land der heiligsten Stätten des Islam, wird Trump zahlreiche Fettnäpfchen umschiffen müssen. Noch im Wahlkampf sagte er Sätze wie "der Islam hasst uns" oder die USA würden "bei der Verteidigung des saudischen Königreichs enorm viel Geld verlieren". Er wird gut beraten sein, islamkritische Aussagen zu unterlassen.

Bis anhin geniesst Trump viel Wohlwollen bei den Saudis. Die Scheichs und ihre Verbündeten sollen derart verärgert über Barack Obamas Nahost-Politik gewesen sein, dass sie Trump seine Äusserungen als Wahlkampfrhetorik durchgehen lassen, spekuliert die "New York Times". Diesen Vorschusslorbeeren muss Trump nun gerecht werden.

Die weiteren Stationen

Am Montag reist Trump nach Israel weiter und anschliessend in die Palästinensischen Autonomiegebiete. Im weiteren Verlauf der kommenden Woche besucht der Präsident erstmals auch Europa. Dort trifft er den Papst und nimmt an den Gipfeln der NATO in Brüssel und der G7-Gruppe wichtiger Industriestaaten auf Sizilien teil. (sda/mwa)