Syrien

Syriens Aussenminister: USA wollen Syrer mit Sanktionen aushungern

ARCHIV - Walid al-Muallim, Außenminister von Syrien, spricht während der 74. Tagung der Generalversammlung der Vereinten Nationen. Foto: Richard Drew/AP/dpa

ARCHIV - Walid al-Muallim, Außenminister von Syrien, spricht während der 74. Tagung der Generalversammlung der Vereinten Nationen. Foto: Richard Drew/AP/dpa

Syriens Regierung hat den USA vorgeworfen, die Menschen in dem Bürgerkriegsland mit neuen Sanktionen aushungern zu wollen. Es handele sich um den Versuch, die Lebensgrundlagen der Syrer direkt zu treffen, sagte der syrische Aussenminister Walid al-Muallim am Dienstag vor Journalisten in Damaskus.

Die Sanktionen verfolgten das Ziel, die "Tore des Terrorismus" erneut zu öffnen. US-Aussenminister Mike Pompeo und andere Vertreter Washingtons seien ein "Chor von Lügnern". Sie gäben vor, die Interessen der Syrer im Blick zu haben, hätten sich tatsächlich aber gegen diese verschworen.

Die US-Regierung hatte in der vergangenen Woche neue Strafmassnahmen gegen zahlreiche führende Vertreter der syrischen Herrschaftselite verhängt. Dazu zählen unter anderem Präsident Baschar al-Assad sowie seine Frau Asma und sein Bruder Mahir. Erlassen wurden die Sanktionen im Zuge des sogenannten Caesar Acts, der vor einer Woche in Kraft trat. Er sieht vor, dass Washington weltweit Strafmassnahmen gegen Personen und Firmen verhängen kann, wenn sie mit Syriens Regierung oder den neu sanktionierten Personen Geschäfte machen.

Das Bürgerkriegsland erlebt derzeit eine schwere Wirtschaftskrise, die sich vor den neuen US-Sanktionen noch einmal verschärft hat. Während das syrische Pfund stark an Wert verloren hat, klagen die Menschen über drastisch gestiegene Preise und Engpässe bei der Versorgung etwa mit Lebensmitteln und Medikamenten. Syriens Regierung ist international stark isoliert. Die USA, aber auch die EU werfen Assad und seinen Anhängern schwere Menschenrechtsverletzungen vor.

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