Deutschland

Mit AfD-Stimmen gewählt: Thüringer Ministerpräsident tritt einen Tag nach Wahl zurück

Wahl-Krise in Deutschland: Kemmerich gibt Amt schon wieder ab

Die Wahl des FDP-Politikers, Thomas Kemmerich, löste ein politisches Erdbeben aus. Zum ersten Mal wurde ein Ministerpräsident in Deutschland mit den Stimmen der rechtspopulistischen Partei gewählt. Kritiker sprachen von Parallelen zu Adolf Hitlers Machtergreifung.

Thüringens neuer FDP-Ministerpräsident Thomas Kemmerich will einen Tag nach seiner umstrittenen Wahl sein Amt aufgeben.

Die FDP-Fraktion will dafür einen Antrag auf Auflösung des Regionalparlaments in dem ostdeutschen Land Thüringen stellen, um eine Neuwahl herbeizuführen, wie die Fraktion am Donnerstag mitteilte.

«Thomas L. Kemmerich will damit den Makel der Unterstützung durch die AfD vom Amt des Ministerpräsidenten nehmen», hiess es in der Mitteilung der Thüringer FDP-Fraktion.

Kemmerich, dessen Partei im Herbst nur knapp den Sprung in den Thüringer Landtag geschafft hatte, war am Mittwoch mit Stimmen von Liberalen, CDU und der rechtspopulistischen AfD zum Ministerpräsidenten gewählt worden. Er hatte sich nur knapp gegen den bisherigen Regierungschef Bodo Ramelow von den Linken durchgesetzt.

Es war das erste Mal, dass die AfD einem Ministerpräsident ins Amt half. Die etablierten Parteien lehnen bisher jede Zusammenarbeit mit der AfD ab. Seit der Wahl des deutschen Parlaments 2017 stellt sie deutschlandweit die drittgrösste Partei.

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