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Melania Trump, die Sphinx im Weissen Haus: Ein neues Buch zeigt die First Lady von ungewohnter Seite

Mächtige Liaison: Donald und Melania Trump.

Mächtige Liaison: Donald und Melania Trump.

Ein neues Buch einer «Washington Post»-Journalistin unternimmt den Versuch, die Biografie der «First Lady» Melania Trump zu erzählen. Fünf Fragen und Antworten zur mysteriösen Frau an der Seite von Präsident Donald Trump.

Der Titel ist Programm: «The Art of her Deal» (Simon & Schuster) heisst ein neues Buch über Melania Trump – eine Anspielung auf ein Werk ihres Mannes, Präsident Donald Trump, mit dem sich dieser vor mehr als drei Jahrzehnten das Image eines erfolgreichen Geschäftsmannes schaffte. Auf 350 Seiten beschreibt die Autorin, die «Washington Post»-Journalistin Mary Jordan, wie gut Trump und Trump zueinander passen. Und warum das Gerücht, Melania sei eine Gefangene im Weissen Haus, nicht der Wahrheit entspreche.

Was weiss man über die Beziehung des Ehepaars Trump? Lieben sich die beiden?

Melania ist, wie Donald auch, ehrgeizig und zielstrebig. Die gebürtige Slowenin, die im April ihren 50. Geburtstag feierte, hat fast keine persönliche Freunde und verlangt von ihrem Umfeld eiserne Loyalität. Auch deshalb ist es für Aussenstehende fast unmöglich, hinter die (stets auf Hochglanz polierte) Fassade der Ehe der Trumps zu blicken. Tatsache ist aber, wie die Journalistin Mary Jordan dokumentiert, dass die beiden ein erfolgreiches Gespann sind. Melania steht Donald mit Rat und Tat zur Seite, und äusserst sich öffentlich nicht kritisch über den Präsidenten. Handkehrum ist Melania eine der wenigen Personen, die den Präsidenten umstimmen und eine Debatte beenden kann.

Warum zögerte Melania dann zu Beginn der Amtszeit Trumps ihren Umzug nach Washington derart lange heraus?

Melania – wie übrigens Donald auch – habe im November 2016 nicht mit einem Wahlsieg des Republikaners gerechnet, sagt Jordan. Weil sie sich nicht gerne drängeln lasse, sei sie auch nach der Amtseinführung Trump in New York City geblieben. Die offizielle Begründung für diese Verzögerung lautete: Melania habe dafür sorgen wollen, dass Sohn Barron (der nun 14 Jahre alt ist), das Schuljahr in seiner angestammten Schule beenden könne. Jordan behauptet nun, dass Melania Druck auf ihren Gatten ausgeübt habe, um den Ehevertrag mit Donald neu auszuhandeln – damit sich die dritte Gattin des Präsidenten (und das fünfte Kind) im Falle einer Scheidung keine Sorgen um ihre finanzielle Zukunft machen müsse.

Stimmt das Gerücht, dass Melania auch nach ihrem Umzug nach Washington nicht wirklich im Weissen Haus wohnt?

Die Autorin betont, dass beide Trumps Individualisten seien, die Wert auf Privatsphäre und Abstand legten. So schlafen die beiden, die seit fünfzehn Jahren verheiratet sind, in getrennten Zimmern. Während Donald im Weissen Haus viel Zeit vor dem TV verbringt, legt Melania ihren Fokus auf die Erziehung ihres Sohnes. Dabei zählt sie auch auf die Hilfe ihrer Eltern, die mittlerweile ebenfalls die amerikanische Staatsbürgerschaft besitzen und im Grossraum Washington wohnen. Mit Barron spreche Melania häufig ihre Muttersprache, schreibt Jordan, so dass sich der Vater manchmal darüber beschwere, dass er kein Wort verstehe. Für Trump ist dies allerdings nichts Neues. Seine erste Gattin Ivana war eine gebürtige Tschechin und sprach mit den drei Kindern Donald Jr., Ivanka und Eric ebenfalls in ihrer Muttersprache.

Apropos Ivanka. Herrscht zwischen der Tochter des Präsidenten und seiner Gattin tatsächlich Eiszeit?

Auch diese Frage kann Autorin Jordan nicht endgültig beantworten. Sie weist aber darauf hin, dass die 38 Jahre alte Ivanka zu Beginn der Amtszeit ihres Vaters zumindest den Versuch unternahm, einige Aufgaben zu übernehmen, die gemeinhin von der «First Lady» ausgefüllt werden. Melania aber habe sich gegen diese symbolischen Übergriffe erfolgreich gewehrt. So kam es nicht zur geplanten Umbenennung des «First Lady's Office» in «First Family Office». Melania bezeichnet Ivanka übrigens hinter vorgehaltener Hand als «Prinzessin», während Ivanka über Melania sagt, sie erinnere an ein Gemälde.

Weiss man nach dem Lesen des Buches mehr über Melania? Oder wird die Frau an der Seite des Präsidenten für immer ein Rätsel bleiben.

«The Art of her Deal» zeigt eindrücklich, wie es einer hübschen jungen Frau aus dem kommunistischen Jugoslawien gelang, sich im Westen neu zu erfinden – als angebliches Supermodel, das einen Universitätsabschluss besitzt und fünf Sprachen spricht. Nichts davon stimmt. Aber letztlich stimmt es ja auch nicht, dass Donald Trump ein stets erfolgreicher Geschäftsmann war.

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