Schiesserei in Las Vegas

In den USA starben mehr Menschen durch Schiessereien als amerikanische Soldaten in den vielen Kriegen

(Bild: Fassungslos und geschockt – eine Frau nach der Schiesserei in Las Vegas.)

Dass die USA ein gewaltiges Problem mit (legalen) Schusswaffen haben, ist nicht neu. Trotzdem macht die Dimension der Gewalt immer wieder fassungslos.

(Bild: Fassungslos und geschockt – eine Frau nach der Schiesserei in Las Vegas.)

Wie gewaltig das Schusswaffen-Problem der USA ist, zeigt die Statistik. Setzt man die Zahlen ins Verhältnis, wird es gar surreal. Bereits 273 Massenerschiessungen mit mindestens vier Toten oder Verletzten sind in diesem Jahr registriert.

Die ganze Welt blickt heute nach Las Vegas. Ein Mann hatte am Sonntagabend mehr als 50 Menschen erschossen. «Mass shooting» heisst das in Amerika – eine Massenerschiessung. Die schlimmste ihrer Art in der Geschichte der USA. Aber nicht die einzige. Nicht mal an diesem Tag. Nur Stunden zuvor wurden in der 90'000-Einwohner-Stadt Lawrence im Bundesstaat Kansas drei junge Menschen erschossen, zwei Männer und eine Frau, 20, 22 und 24 Jahre alt. Zwei weitere wurden verletzt.

Das «Gun Violence Archive», eine gemeinnützige Internetplattform, listet sämtliche Vorfälle auf, in denen in den USA Menschen durch Schusswaffen getötet werden. Im Monat September zählt das Portal 27 Vorfälle, bei denen mindestens vier Menschen getötet oder verletzt wurden. Bei einer einzelnen Schiesserei in Texas gab es neun Tote, 24 waren es insgesamt. Im August sieht es ähnlich aus. In allen anderen Monaten auch.

Allein in diesem Jahr wurden bis heute mehr als 11'600 Menschen erschossen. Nicht eingerechnet sind die weit über 20'000 Menschen, die sich am Ende dieses Jahres selbst mit einer Feuerwaffe das Leben genommen haben werden.

Geradezu surreal werden die Zahlen, wenn man sie ins Verhältnis setzt. Der wohl eindrücklichste Vergleich kommt von der «New York Times»: Demnach starben seit 1968 mehr Amerikaner im eigenen Land durch Schusswaffen als auf den Schlachtfeldern aller Kriege in der US-Geschichte zusammen.

Ein zweiter stand letztes Jahr im «American Journal of Medicine»: Von allen unter 15-Jährigen, die durch Schusswaffen in den Industrieländern dieser Welt erschossen wurden, starben 91 Prozent in den USA.

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