Bei einem Besuch in Neuseelands Hauptstadt Wellington sagte er am Sonntag weiter, das politische Engagement der Staaten nehme ab. Darunter hätten insbesondere die kleinen Inselstaaten zu leiden - sie stünden an "vorderster Front".

"Wir sehen überall deutliche Anzeichen, dass wir auf keinem guten Weg sind, um die im Pariser Klimaabkommen vereinbarten Ziele zu erreichen", sagte Guterres auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der neuseeländischen Regierungschefin Jacinda Ardern. Mit dem Pariser Abkommen von 2015 wurde beschlossen, die Erderwärmung auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Niveau zu begrenzen.

"Das Paradoxe ist: In dem Mass, wie sich die Dinge vor Ort verschlechtern, scheint das politische Handeln abzunehmen", sagte Guterres. Er zollte der neuseeländischen Regierung Respekt für ihr Vorhaben, das Land bis zum Jahr 2050 CO2-neutral zu machen. Treibhausgase, die durch die Landwirtschaft ausgestossen werden, fallen jedoch nicht unter die Vorgabe.

Neuseelands Regierungschefin Ardern bezeichnete den Klimawandel als die "grösste Herausforderung" der internationalen Staatengemeinschaft. Es wäre "grob fahrlässig", das Thema zu ignorieren, sagte sie.

Guterres besucht im Vorfeld des Klimagipfels im September in New York mehrere Südpazifik-Staaten. Nach einer dreitägigen Station in Neuseeland reist er weiter auf die Fidschi-Inseln, nach Tuvalu und Vanuatu. Die Inselstaaten werden durch den steigenden Meeresspiegel bedroht.