Coronahilfspaket

Grosszügige Geldgeschenke: Das sind die 5 Gewinner des EU-Mammutgipfels

Emmanuel Macron und Angela Merkel sind angetreten, um Europa zu retten.

Emmanuel Macron und Angela Merkel sind angetreten, um Europa zu retten.

Italien, Spanien, Frankreich, Polen und Griechenland dürfen sich über baldigen Zustupf freuen: Sie erhalten am meisten Euro aus den sogenannten «A fond perdu»-Geldtöpfen.

500 Milliarden Euro hätten es sein sollen, 390 Milliarden Euro waren es letztlich: So viel Geld will die EU an die am härteste von der Coronakrise getroffenen Länder verschenken. Zurückbezahlen müssen die Beschenkten das Geld nicht, im Gegensatz zu den 360 Milliarden Krediten, die die Staats- und Regierungschefs ebenfalls an die Corona-Getroffenen verteilen wollen.

Das sind die 5 Gewinner des Mammutgipfels:

1. Italien: 81,4 Milliarden Euro

Giuseppe Contes Italien ist der grosse Profiteur der Verhandlungsrunde.

Giuseppe Contes Italien ist der grosse Profiteur der Verhandlungsrunde.

Premierminister Giuseppe Conte ist der grosse Gewinner des EU-Gipfels. Sein Land kriegt am meisten aus dem Corona-Wiederaufbautopf: 81,4 Milliarden Euro erhalten die Italiener, ohne sie zurückzahlen zu müssen. Dazu kommen 127,4 Milliarden Euro an billigen Krediten. Eine Kröte aber musste Conte schlucken: Die anderen EU-Staaten werden genau kontrollieren, wie das Geld eingesetzt wird und notfalls die Auszahlung blockieren.

2. Spanien: 72 Milliarden Euro

Gute Neuigkeiten: Spaniens Regierungschef Pedro Sanchez.

Gute Neuigkeiten: Spaniens Regierungschef Pedro Sanchez.

Bei seiner Rückkehr vom Mammut-Gipfel wurde Spaniens Premier Pedro Sanchez in Madrid mit Applaus empfangen. Kein Wunder: Spanien erhält mit 72 Milliarden an Zuschüssen und bis zu 67 Milliarden an billigen Krediten am Zweitmeisten nach Italien. Regierungschef Sanchez zeigte sich mit den Ergebnissen des historischen Gipfels in Brüssel hochzufrieden. Ein richtiger «Marshall-Plan» sei das, sagte der Sozialdemokrat.

3. Frankreich: 40 Milliarden Euro

Frankreichs Regierungschef Emmanuel Macron hat erreicht, was er wollte.

Frankreichs Regierungschef Emmanuel Macron hat erreicht, was er wollte.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kämpfte an der Seite von Kanzlerin Angela Merkel für das Hilfspaket. Immerhin wird Paris rund 40 Milliarden an Transferzahlungen erhalten. Ob Frankreich auch Kredite in Anspruch nimmt, ist ungewiss. Macron hat gekriegt, was er wollte: Gemeinsame EU-Schulden. Wermutstropfen: Frankreich wird als zweitgrösster Nettozahler die gestiegenen EU-Haushalts-Rabatte der «Sparsamen» ausgleichen müssen.

4. Polen: 40 Milliarden Euro

Polens Premier Mateusz Morawiecki kann zufrieden sein.

Polens Premier Mateusz Morawiecki kann zufrieden sein.

Warschau ist so schon der grösste Profiteur des gemeinsamen EU-Haushaltes: In den Jahren 2021 bis 2027 werden 66 Milliarden an Kohäsionshilfen und 28,5 Milliarden an Agrarhilfen nach Polen fliessen. Dazu kommen jetzt rund 30 Milliarden an «A fond perdu»-Beiträgen aus dem Corona-Paket. Macht 125 Milliarden für die nächsten sieben Jahre. Wenn das nicht reicht, könnten noch 34 Milliarden an Billig-Darlehen draufgelegt werden. (rhe)

5. Griechenland: 20 Milliarden Euro

Kyriakos Mitsotakis hat gut verhandelt für Griechenland.

Kyriakos Mitsotakis hat gut verhandelt für Griechenland.

In Griechenland, wo der Tourismus über 20 Prozent der Wirtschaftsleistung ausmacht, wird die EU-Hilfe sehnlichst erwartet. Nun soll es knapp 20 Milliarden an Zuschüssen und 13 Milliarden an Krediten geben. Dazu kommen bis zum Jahr 2027 nochmals rund 40 Milliarden aus dem gemeinsamen EU-Budget. Die Griechen fühlten sich heute in dieser EU viel besser, sagte Aussenminister Nikos Dendias mit Verweis auf die Zeit während der Schulden-Krise.





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