Algerien

Erneut Massendemonstration gegen Regierung in Algerien

Auch am neunten Freitag in Folge demonstrieren die Algerier gegen ihre Staatsspitze. Was als Protest gegen Präsident Abdelaziz Bouteflika begann, ist inzwischen zu einer Demonstration gegen die gesamte Führungselite geworden.

Auch am neunten Freitag in Folge demonstrieren die Algerier gegen ihre Staatsspitze. Was als Protest gegen Präsident Abdelaziz Bouteflika begann, ist inzwischen zu einer Demonstration gegen die gesamte Führungselite geworden.

In Algerien haben am Freitag erneut Zehntausenden Menschen gegen die Regierung protestiert. Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete von einer mehrere Kilometer langen Menschenmenge, die sich durch die Strassen der Hauptstadt Algier zog.

Auch in anderen Städten des Landes gingen die Menschen auf die Strasse.

Es ist bereits der neunte Freitag in Folge, an dem die Algerier gegen ihre Staatsspitze demonstrieren. Was als Protest gegen Präsident Abdelaziz Bouteflika begann, ist inzwischen zu einer Demonstration gegen die gesamte algerische Führungselite geworden. Laut Medienberichten kam es auch in Oran, Constantine und Annaba zu Protesten. Das sind nach Algier die wichtigsten Städte des Landes.

Die Demonstranten forderten den Rücktritt von Übergangspräsident Abdelkader Bensalah und einen grundlegenden Wandel des bisherigen politischen Systems. Sicherheitskräfte versuchten in Algier, den Strom der Demonstranten mit Strassensperren zu bremsen.

Die Demonstranten sehen in dem 77 Jahren alten Bensalah, einen Weggefährten Bouteflikas, sowie in anderen Spitzenpolitikern Vertreter des alten Regimes.

Der seit 20 Jahren amtierende Präsident Bouteflika hatte nach heftigen Protesten im März auf eine Kandidatur für eine fünfte Amtszeit verzichtet, die Wahl zugleich aber auf unbestimmte Zeit verschoben. Schliesslich beugte der 82-Jährige sich aber dem anhaltenden Druck der Strasse und legte sein Amt nieder.

Am 4. Juli soll nun ein neuer Präsident gewählt werden. Viele Demonstranten bezweifeln aber, dass es unter der aktuellen Regierung tatsächlich freie und demokratische Wahlen geben wird.

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