Grossbritannien

Boris Johnson äussert Verständnis für Proteste gegen Rassismus

SCREENSHOT - Der britische Premierminister Boris Johnson hat Verständnis für die wachsenden Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt in seinem Land und weltweit geäußert. Foto: Parliamentlive.Tv/Crown Copyrigh/PA Wire/dpa

SCREENSHOT - Der britische Premierminister Boris Johnson hat Verständnis für die wachsenden Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt in seinem Land und weltweit geäußert. Foto: Parliamentlive.Tv/Crown Copyrigh/PA Wire/dpa

Der britische Premierminister Boris Johnson hat Verständnis für die wachsenden Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt in seinem Land und weltweit geäussert.

Der gewaltsame Tod des Afroamerikaners George Floyd habe ein "unwiderlegbares, nicht zu leugnendes Gefühl der Ungerechtigkeit" geweckt, sagte Johnson in einer Videobotschaft, die in der Nacht zum Dienstag auf seinem Twitter-Account veröffentlicht wurde.

Grossbritannien habe im Kampf gegen Rassismus grosse Fortschritte gemacht in den vergangenen Jahrzehnten, aber es gebe noch viel zu tun, so der Premier. Er bejahe daher friedlichen Protest unter Einhaltung der Abstandsregeln. Nicht akzeptabel seien hingegen Demonstrationen, bei denen die Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus missachtet würden oder das Gesetz anderweitig gebrochen werde. "Ich werde diejenigen nicht unterstützen oder mit Nachsicht behandeln, die das Gesetz brechen, die Polizei angreifen oder öffentliche Denkmäler entweihen", sagte Johnson.

Bei Protesten in Grossbritannien waren am Wochenende Dutzende Polizisten verletzt worden. In Bristol hatten Demonstranten die Statue eines Sklavenhändlers vom Sockel gerissen und in das Hafenbecken geworfen. Die Statue von Kriegspremier Winston Churchill in London wurde mit dem Schriftzug "war ein Rassist" besprüht. Für Dienstag hatten verschiedene Gruppen zu weiteren Protesten aufgerufen. In der Universitätsstadt Oxford war für Dienstag ein Protest an der Statue von Cecil Rhodes (1853-1902) geplant. Der Unternehmer spielte eine grosse Rolle in der kolonialen Unterwerfung des südlichen Afrikas durch Grossbritannien. Seit Jahren wird gefordert, dass seine Statue entfernt wird.

In London will Bürgermeister Sadiq Khan eine neu eingerichtete Kommission prüfen lassen, wie in der Hauptstadt mit entsprechenden Strassennamen und Statuen umgegangen werden soll. "Wir sollten nicht Menschen, die Sklavenhändler waren, gedenken oder ihnen ein Denkmal setzen", sagte Khan dem Sender Sky News.

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