1. Was ist passiert?

Eine Serie von Bombenanschlägen erschütterte am Ostersonntag Sri Lanka. Stand jetzt kamen 310 Menschen dabei ums Leben, über 500 wurden verletzt. Ziel waren drei 5-Sterne Hotels in der Metropole Colombo, ebenfalls eine Kirche in Colombo, eine in im nahegelegenen Küstenort Negombo und eine in der Ostküstenstadt Batticaloa.

Über 300 verletzte – Polizei nimmt mehrere Terrorverdächtige fest

Über 300 verletzte – Polizei nimmt mehrere Terrorverdächtige fest

Zwei Tage nach der Serie von Selbstmordanschlägen ist die Zahl der Toten auf mindestens 310 gestiegen. Die Polizei hat 40 Terrorverdächtige festgenommen.

2. Wer sind die Opfer?

Die meisten Opfer stammten nach offiziellen Angaben aus Sri Lanka, unter den Todesopfern waren aber auch 35 Ausländer aus verschiedenen Staaten. Unter ihnen sind zwei Schweizer, wie das EDA am Montagabend bestätigte. Eines der Schweizer Opfer besass demnach eine zweite Staatsangehörigkeit. Ein drittes Familienmitglied, das über zwei ausländische Nationalitäten verfügte, starb ebenfalls. Unter den Todesopfern sind zudem die Eltern einer in der Schweizlebenden schweizerisch-srilankischen Familie. Das EDA sei mit den Angehörigen in Kontakt und unterstütze sie im Rahmen des konsularischen Schutzes, hiess es.

Am Dienstag wurden die ersten Opfer beigesetzt in Colombo.

   

3. Wer sind die Täter?

Gemäss der Regierung steckt hinter den Selbstmordanschlägen die einheimische islamistische Gruppe National Thowheeth Jama'ath (NTJ). Kabinettssprecher Rajitha Senaratne sagte aber: «Wir glauben nicht, dass diese Angriffe von einer Gruppe von Menschen verübt wurden, die auf dieses Land begrenzt waren. Es gab ein internationales Netzwerk, ohne das diese Angriffe nicht gelungen wären.»

4. Was ist das Motiv?

Die Motive der Attentäter waren auch am Dienstag noch unklar. Nach Polizeiangaben wurden rund 35 Verdächtige festgenommen, die verhört würden; mehr als 20 Häuser durchsuchte die Polizei. Islamistische Terrorangriffe hatte es bisher in dem tropischen Inselstaat nicht gegeben. Nur rund zehn Prozent der Bevölkerung Sri Lankas sind Muslime, die Mehrheit sind Buddhisten. Sieben Prozent sind Christen.

5. Wie war das möglich?

Das ist noch unklar. Vor den Attacken hatte es Hinweise auf Anschlagspläne der Gruppe NTJ gegeben. Erste Informationen über mögliche Anschläge auf Kirchen und Touristenziele hätten der Polizei bereits am 4. April vorgelegen, sagte Senaratne. Dem Geheimdienst Sri Lankas hätten Hinweise auf einen möglichen Anschlag vorgelegen. Es müsse untersucht werden, warum keine entsprechenden Massnahmen ergriffen worden seien, sagte der Premierminister Sri Lankas am Montag.

Premierminister Ranil Wickremesinghe.

   

6. Wie reagiert die Regierung?

Nach den Anschlägen hatten die Behörden Mühe, die Lage in den Griff zu bekommen. Sie verhängten am Sonntag und Montag eine nächtliche Ausgangssperre und liessen die Online-Netzwerke sperren, um die Verbreitung von Falschnachrichten und Gerüchten zu verhindern. Am Montag rief Präsident Maithripala Sirisena zudem den Ausnahmezustand ab Mitternacht (20.30 Uhr Schweizer Zeit) aus, um der Polizei und dem Militär zu ermöglichen, «die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten».

7. Wie geht's jetzt weiter?

Die internationale Polizeiorganisation Interpol schickt ein Experten-Team nach Sri Lanka. Das Team werde auf Ersuchen der sri-lankischen Behörden eingesetzt und solle die Ermittlungen nach der Anschlagsserie unterstützen, hiess es in einer Mitteilung von Interpol am Montag. Derzeit werde bereits die Datenbank gestohlener und verloren gegangener Reisedokumente überprüft, um mögliche Verbindungen oder internationale Spuren zu ermitteln.

8. Wie sicher ist Sri Lanka?

Das EDA schreibt, dass erneute Anschläge nicht ausgeschlossen werden können. Ausserdem müsse damit gerechnet werden, dass die sozialen Medien zeitweise eingeschränkt sind. Von Reisen nach Sri Lanka wird aber nicht generell abgeraten. Das EDA gibt folgende Tipps:

  • Informieren Sie sich vor und während der Reise in den Medien und bei Ihrer Reiseleitung über die Entwicklung der Lage.
  • Lassen Sie grösste Vorsicht walten und befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden.
  • Erkundigen Sie sich lokal (Medien, Hotel, etc.) über allfällige Ausgangssperren, die kurzfristig verhängt und aufgehoben werden können.
  • Bleiben Sie mit Ihrem Reiseveranstalter und Ihren Angehörigen in Kontakt.

Hier können Sie die Reisehinweise lesen.

(jaw/sda)