Zurzibiet
Zivilschutz sortiert «Altlasten» aus, das in die Ukraine gebracht wird

Die neue Zivilschutzorganisation ZSO Zurzibiet räumt bei einem «Frühlingsputz» gründlich auf. Verschiedenes Material darf sie nicht mehr verwenden - wegen neuer Bestimmungen.

Daniel von Känel und Nadja Rohner
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Im Kommandoposten in Bad Zurzach wird neues, einheitliches Informationsmaterial erarbeitet.

Im Kommandoposten in Bad Zurzach wird neues, einheitliches Informationsmaterial erarbeitet.

ZVG

Mannschafts- und Telefonlisten, Fachunterlagen, Check- und Materiallisten: Für einen reibungslosen Einsatz sind ein guter Überblick und ein schneller Informationszugriff unabdingbar. Besonders nach der Gründung der ZSO Zurzibiet, die massiv grösser ist als ihre Vorgängerorganisationen.

Eine Herausforderung für die Logistiker, die derzeit daran sind, jegliches Informationsmaterial zu vereinheitlichen und verfügbar zu machen – an allen wichtigen Standorten, die nach der Fusion erhalten blieben.

«Wir bringen alles auf den neuesten Stand und professionalisieren diesen Bereich der Logistik», sagt Markus Geiger, Chef logistische Koordination. Dies biete auch die Möglichkeit, den Materialbedarf zu optimieren. Nach den diversen Fusionen der letzten Jahre gibt es noch einige «Altlasten», die an verschiedenen Standorten die Materiallager besetzen.

So sind beispielsweise viele Rettungsbretter, Regenbekleidung oder Schutzbrillen überzählig geworden. «Ein Teil des Materials darf gar nicht mehr eingesetzt werden», sagt Kommandant Peter Hirt. Dies, weil es nicht mehr den neuesten Schweizer Bestimmungen entspräche.

Im Ausland sieht man das weniger eng: Ein Teil des Materials wurde deshalb nach Wohlen zum «Help-Point Sumy» gebracht. Dieser Verein bringt regelmässig Hilfsgüter aus der Schweiz in die ukrainische Region Sumy – zum Beispiel für Feuerwehren und Spitäler.

Alles Material, das dort noch Verwendung finden kann, werde abgegeben, sagt Hanspeter Gross, Chef Logistik bei der ZSO. «Wir freuen uns sehr, dass die ZSO Zurzibiet an unseren Verein gedacht hat», sagt Marianne Piffaretti, Präsidentin des Vereins Help-Point Sumy. Zivilschutzmaterial aus der Schweiz sei in der armen Region Sumy im Norden der Ukraine sehr willkommen.

Arbeit noch nicht abgeschlossen

Die übrigen Materialien werden von der ZSO entsorgt. Ein Teil muss dem Kanton zurückgegeben werden. Der «Frühlingsputz» im Wiederholungskurs im März ist damit allerdings noch nicht abgeschlossen. Er war mehr ein Startschuss: Es wird wohl noch einige Wiederholungskurse geben, in denen Anlagen eingerichtet und Material verschoben wird.

«Dies wird uns in den nächsten zwei Jahren noch beschäftigen», sagt Kommandant Hirt. Einerseits, weil das Volumen durch die Fusion wesentlich grösser geworden sei. Andererseits, weil auch neue Bestimmungen umgesetzt werden müssten. «In dieser Hinsicht befinden wir uns immer noch im Aufbau.»

Zwar stellen diese Optimierungen und Anpassungen noch einen Teil der ZSO-Aufgaben dar, dennoch standen im März auch Übungen und Ausbildungen auf dem Programm. Die Führungsunterstützung hat beispielsweise das Einrichten und den Betrieb eines Kommandopostens geübt. «Die Führung muss im Ernstfall im Einsatzgebiet sein», erklärt Hirt.

«Wenn sich dort keine entsprechende Anlage befindet, muss die Führungsunterstützung einen Posten einrichten und betreiben können.» Zudem wurden im Wiederholungskurs zahlreiche Telematiker für den Leitungsbau und das Kommunikationssystem «Polycom» geschult. Dabei führten sie eine Verkehrsüberwachungs-Übung durch, an der auch der Bereich Lage beteiligt war.

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