Klingnau
«Wie eine Stange Dynamit»: Person findet Blindgänger im Rebberg und bringt ihn zum Polizeiposten

Der Polizeiposten im Klingnauer Städtchen wurde am Dienstagnachmittag wegen eines Fundes weiträumig abgesperrt. Der Fund hat einen Zusammenhang mit den Knallen, welche die Bevölkerung reihenweise im März aufschreckten.

Philipp Zimmermann
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Polizeieinsatz in Klingnau - Blick auf die Grabenstrasse, wo sich der Hintereingang zum Polizeiposten befindet

Polizeieinsatz in Klingnau - Blick auf die Grabenstrasse, wo sich der Hintereingang zum Polizeiposten befindet

Leserreporter

Die Polizei hat am Dienstagnachmittag rund um den Polizeiposten in Klingnau Absperrungen angebracht. Das berichten mehrere Leser. Bernhard Graser, Sprecher der Kantonspolizei, bestätigt dies auf Anfrage. "Eine Privatperson hat im Rebberg einen selbst gebastelten Sprengsatz gefunden und ihn zum Polizeiposten gebracht", sagt er. "Der Sprengsatz sah aus wie eine Stange Dynamit, um die Klebeband gewickelt war." Auch eine Zündschnur war angebracht. Wie lange er im Rebberg lag, sei unklar.

Spezialisten des Forensischen Instituts in Zürich nahmen sich dem Sprengkörper in Klingnau an und überprüften es ausserhalb des Polizeipostens. Dabei wurde vorsichtshalber die nähere Umgebung des Polizeipostens abgesperrt. Auch Anwohner wurden gebeten, in ihren Häusern und Wohnungen zu bleiben. Die Sperrung dauerte von zirka 15 bis 18 Uhr. Ein Anwohner erzählt der AZ, dass er gebeten wurde, nicht an der Grabenstrasse zu parkieren. Dort befindet sich der Hintereingang des Polizeipostens. "Später hat ein freundlicher Polizist bei mir geklingelt", sagt der Mann.

Die Zürcher Spezialisten transportieren den Sprengkörper nach Zürich – das Bild wurde in Baden aufgenommen, am Dienstag um 18.30 Uhr.

Die Zürcher Spezialisten transportieren den Sprengkörper nach Zürich – das Bild wurde in Baden aufgenommen, am Dienstag um 18.30 Uhr.

Leserreporter

Knalle in der Nacht schreckten die Bevölkerung auf

Im März hat eine unbekannte Täterschaft einige Mal die Bevölkerung mit dem Zünden von Knallkörpern aufgeschreckt. Gezündet wurden diese spätabends, mitten in der Nacht oder am frühen Morgen und zumindest teilweise im Rebberg. "Es klang wie eine Explosion", schilderte eine Frau der AZ einen dieser Knalle. Diese waren so laut, dass sie auch in den benachbarten Ortschaften wie Döttingen oder Kleindöttingen zu hören waren.

Die AZ weiss: An einem Sonntag im März rückte die Spurensicherung der Kantonspolizei an den Schwändiweg in den Rebberg aus. Graser bestätigt dies: "Wir haben damals Rückstände gefunden nach einem Knall am frühen Morgen." Die Rückstände seien vergleichbar mit dem Sprengkörper, der am Dienstag abgegeben wurde.

Mitarbeiter der Spurensicherung am Sonntag, 22. März im Klingnauer Rebberg.
8 Bilder
Nach einer Meldung zu Rückständen eines möglichen Knallkörpers sichert die Spurensicherung diese.
Am frühen Sonntagmorgen hatte es in Klingnau - nicht zum ersten Mal - laut geknallt.
Eine unbekannte Täterschaft hatte den Knall offenbar mit einem Sprengkörper verursacht. Die Knalle sorgten für eine gewisse Verunsicherung.
Blick vom Rebberg auf Klingnau. Viele Bewohner hörten den Knall.
Blick vom Rebberg ins nahe Städtchen. Viele Bewohner hörten den Knall und wurden aufgeschreckt.
Zuerst waren Beamte der Regionalpolizei Zurzibiet vor Ort.
Die Repol Zurzibiet sperrte den Tatort ab, ehe die Spurensicherung kam.

Mitarbeiter der Spurensicherung am Sonntag, 22. März im Klingnauer Rebberg.

Philipp Zimmermann

Seit Mitte März ist es in Klingnau ruhig geblieben. "Wir haben seit einigen Wochen keine entsprechenden Meldungen mehr erhalten", sagt Graser. Der Fund vom Dienstag dürfte den Ermittlungen nun aber einen Schub geben. Die Spezialisten des Forensischen Instituts haben ihn zur Untersuchung ins Labor nach Zürich gebracht. "Jetzt wissen wir, was die Knalle verursacht hat", sagt Graser.

Verdächtige Funde der Polizei melden

Im Zusammenhang mit dem Fund in Klingnau macht die Kantonspolizei folgenden Hinweis: "Wer mutmassliche Sprengkörper oder militärische Blindgänger findet, soll diese nicht berühren, markieren und sofort die Polizei rufen. Unbedingt ist davon abzusehen, solche möglicherweise brisanten Objekte zu transportieren."

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