Klingnau
Wie das Städtli seine Steindenkmäler rettet

Am Mittwoch sind zwei restaurierte Kreuze neu gesetzt worden. Der Gemeinderat Klingnau betrachtet es als seine Pflicht, die auf Gemeindegebiet zahlreich vorhandenen Steindenkmäler zu erhalten.

Angelo Zambelli
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«Der Gemeinderat Klingnau betrachtet es als seine Pflicht, die auf Gemeindegebiet zahlreich vorhandenen Steindenkmäler zu erhalten», sagt Gemeinderat Felix Lang, während bei der Kapelle die Einzelteile des restaurierten Friedhofkreuzes von einem Lastwagen abgeladen werden.

Aufgefrischt wurde das Friedhofkreuz von der Badener Bildhauerei Bruno Egger AG auf ihrem Werkareal im Dottiker Muschelkalk-Steinbruch. Am Sockel musste ein Riss ausgebessert werden. Das Kreuz selbst war derart verwittert, dass es nicht mehr verwendet werden konnte und durch ein neues Kreuz aus Sandstein ersetzt werden musste.

Millimetergenau wurden Sockel und Kreuz des aus dem Jahr 1880 stammenden, 1,2 Tonnen schweren Steindenkmals von Leander Egger und seinen Mitarbeitern an ihren alten Platz beim Haupteingang des Klingnauer Friedhofs gesetzt.

Nicht mehr am alten Standort steht das gleichzeitig mit dem Friedhofkreuz instand gestellte Wegkreuz an der Zelglistrasse, das aus dem Jahr 1673 stammt und im Volksmund auch «Straumannkreuz» genannt wird. Der Sockel trägt die Inschrift «Hans Konrad Straumann ist hier under einem Güotterwagen gestorben. Gott möge ihm und allen gnädig sein». Neu steht das Wegkreuz 200 Meter vom alten Standort entfernt. Im alten Standort wird ein Zeugenstein mit Tafel gesetzt, auf der die Passanten darauf aufmerksam gemacht werden, dass das versetzte Wegkreuz ursprünglich an dieser Stelle stand.

Viel gemacht, einiges ausstehend

In den letzten Monaten und Jahren sind auf Klingnauer Gemeindegebiet einige Steindenkmäler restauriert worden. Dazu gehören die Bildstöckli an der Grabenstrasse, am Trottenweg und am Mattenweg, die 12 Stationen des Kreuzweges hinauf zur Loretokapelle, das von einem heruntergestürzten Baum beschädigte Kreuz gegenüber der Loretokapelle, der Propsteibrunnen sowie die vor 26 Jahren von einem Lastwagen beschädigte Kopie der Nepomukstatue am Stadttor zum Weier.

Noch nicht renoviert sind das 1979 vom Friedhof bei der Stadtkirche in den nördlichen Teil des Friedhofs im «Gäntert» umplatzierte Steinkreuz aus dem Jahr 1831, das Kreuz auf dem kaiserlichen Gottesacker an der Zürigasse sowie die Stadtmauer.

Die Restauration des Kreuzes im nördlichen Friedhofteil ist voraussichtlich Teil der an der Winter-Gemeindeversammlung bewilligten Neugestaltung des Friedhofs «Gäntert». Dafür wurde ein Verpflichtungskredit von 470000 Franken gesprochen.

Hilfe von Bund und Kanton

Die Instandstellungen der Kreuze beim Haupteingang des Friedhofs und an der Zelglistrasse werden zwischen 25000 und 30000 Franken kosten. «»Wenn wir diese Kulturgüter erhalten wollen, müssen wir auch die dafür notwenigen Mittel aufwenden», sagt Gemeinderat Felix Lang. Unterstützt werden die Klingnauer in ihren Bemühungen um den Erhalt ihrer Kulturgüter von der kantonalen und von der eidgenössischen Denkmalpflege.

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