Döttingen
Sperrholzfabrik kämpft mit Robotern gegen die Euro-Schwäche

Die Sperrholzfabrik Hess & Co. AG investiert eine Million in die Verbesserung der Produktivität. «Die Schwäche des Euro tut uns weh», sagt Geschäftsführer Daniel Hess.

Angelo Zambelli
Drucken

Limmattaler Zeitung

Die Auftragslage sei gut, Probleme bereite die Gewinnmarge. «55 Prozent des Gesamtumsatzes tätigen wir im Euro-Raum. Deshalb trifft uns die Euro-Schwäche besonders hart.» Die Geschäftsleitung will die Schwierigkeiten offensiv angehen: Zum einen wird jede noch so kleine Einsparmöglichkeit genutzt, auf der anderen Seite hat sich die Hess&Co. AG entschlossen, kräftig in die Zukunft zu investieren.

Verdoppelung der Produktionsleistung

Seit Anfang März ist eine neue, leistungsfähige Furnier-Zusammensetzstrasse in Betrieb; diese Woche hielt die Robotertechnologie Einzug bei der Döttinger Sperrholzfabrik. Die neue, 600000 Franken teure Fertigungsstrasse ermöglicht rationellere Arbeitsabläufe bei der Zusammensetzung von Furnieren. Die Rede ist von einer Verdoppelung der Produktionsleistung – eine wesentliche Hilfe bei der Bewältigung der Währungskrise. Weitere Vorteile dieser Investition sind eine höhere Ausbeute bei der Verwertung des Rundholzes, die Vermeidung von Produktionsengpässen und die Möglichkeit, neue Anwendungsgebiete für Furniere zu eröffnen.

Auch der Einstieg in die Robotertechnologie, für die eine Investition von 350000 Franken notwendig war, soll helfen, die schwierige Situation auf dem internationalen Markt zu meistern. Geschäftsführer Daniel Hess ist zuversichtlich, dass dies auch gelingt: «Wir verfolgen eine Offensivstrategie und suchen neue Märkte ausserhalb des EU-Raums, um der Euro-Problematik auszuweichen.» Potenzial sieht der Geschäftsführer der einzigen Schweizer Sperrholzfabrik auch im konstruktiven Holzbau im Inland.

Nachlassstundung umschifft

Der Kampf gegen die Widrigkeiten des Marktes und der Währungsschwankungen ist der Hess&Co. AG nicht fremd: 2003 musste sie Nachlassstundung beantragen, umschiffte diese Klippe aber, ohne grossen Schaden zu nehmen, und verzeichnete danach verhältnismässig gute Jahre. Bis der tiefe Fall des Euro auf den heutigen Stand von 1,25 Franken kam. Die Möglichkeit, dass der Euro weiter verliert und dereinst im 1:1-Verhältnis zum Schweizer Franken gehandelt werden könnte, ist für Hess ein Horror: «Das wäre nicht nur für uns eine Katastrophe, sondern für die ganze, auf den Euroraum ausgerichtete Exportwirtschaft der Schweiz.»

Doch so weit ist es noch nicht. Vorerst schaut die Hess&Co. AG zuversichtlich in die Zukunft. Den Investitionen in die Robotertechnologie und in die neue Furnier-Fertigungsstrasse sei Dank.

Aktuelle Nachrichten