Siglistorf
Quo Vadis? Siglistorf schmiedet Zukunftspläne für eine attraktive Entwicklung

Einwohner möchten junge Familien anziehen und damit sicherstellen, dass die Schule erhalten bleibt. Die Gemeinde lud am Wochenende zur Diskussion über die Zukunft des Dorfes.

Nadja Rohner
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Siglistorf gehört zum Studenland. Rings um das Dorf herum sind die Wälder wieder intakt.

Siglistorf gehört zum Studenland. Rings um das Dorf herum sind die Wälder wieder intakt.

Angelo Zambelli

«Wo stehen wir – wo wollen wir hin?» Um diese Fragen zu beantworten, lud die Gemeinde am Samstag in die Turnhalle Schüppel. Gut zwei Dutzend Siglistorfer folgten dem Aufruf, die Zukunft ihrer Gemeinde zu diskutieren und die Grundlage für das neue Leitbild zu legen. Ammann Stefan Schuhmacher zeigte sich erfreut, dass von jungen Neuzuzügern bis zu pensionierten und alteingesessenen Siglistorfer alle Gruppen vertreten waren. In 5 Workshop-Gruppen bearbeiteten die Siglistorfer Themen rund um Verwaltung, Infrastruktur und Bevölkerungsentwicklung. Deutlich wurde, dass die meisten Ziele aus dem alten Leitbild entweder erreicht oder in Bearbeitung sind – ein Beispiel ist der Bau der neuen Belchenstrasse. Die kontroversesten Diskussionen ergaben sich rund um das Wachstum. Man will junge Familien anlocken, darin sind sich die Siglistorfer einig.

Dies ist nicht zuletzt wichtig, weil die Primarschule und der Kindergarten erhalten bleiben soll. In diesem Zusammenhang wurden auch die schlechten Busverbindungen zur Oberstufe in Bad Zurzach bemängelt – die Schüler müssen einen Umweg nach Kaiserstuhl in Kauf nehmen. «Es gibt bereits eine Arbeitsgruppe, die sich damit befasst», sagte Ammann Schuhmacher. Dass ein Bevölkerungswachstum grössere Investitionen in die Infrastruktur und damit auch Steuererhöhungen nach sich ziehen könnte, bereitet einigen Siglistorfern Sorgen.

Für den Gemeinderat und die Verwaltung gab es nur lobende Worte. Kritische Fragen stellten die Workshopteilnehmer dafür beim Thema «Wald»: Dass man gerodete Bäume immer öfter zum Vermodern im Wald liegen lässt, gefiel nicht allen. In naher Zukunft werden sich deshalb die Waldbesitzer mit dem Revierförster an einen Tisch setzen, um sich zu beraten.