Klingnau
Nach Polizei-Einsatz: Gartenbesitzer erzählt, wie er den Blindgänger fand – doch wie kam dieser dorthin?

Wegen herumliegenden Sprengkörpern kam es am Pfingstmontag in Klingnau zum vierten Polizeieinsatz innert einer Woche. Das gefundene Objekt wurde nicht etwa vor kurzem im Garten deponiert, sondern lag schon seit einigen Wochen in einem Garten.

Philipp Zimmermann
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Der vierte Sprengkörper, der in Klingnau innert einer Woche gefunden wurde. Er lag in einem Garten.
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Polizeieinsatz in Klingnau: Das Fahrzeug des Forensischen Instituts in Zürich wurde aufgeboten.
Diesmal wurde Alarm wegen eines Blindgängers am Chisweg ausgelöst.
Die Forensiker haben diesen Sprengroboter mitgebracht. Er röntgt den Blindgänger, der in einem Garten liegt.
Nach dem Röntgen macht sich ein Forensiker in Schutzmontur auf, den Blindgänger zu bergen.
Die unmittelbaren Anwohner wurden während des Einsatzes aufgefordert, in ihren Liegenschaften zu bleiben.
Der Einsatz dauerte rund drei Stunden.
Blick von der anderen Seite des Chiswegs auf das abgesperrte Gebiet.
Das ist der erste Sprengkörper, der in Klingnau gefunden wurde, am 26. Mai 2020.
Eine Privatperson brachte den Knallkörper zum Polizeiposten im historischen Städtchen.
Der Polizeiposten wurde weiträumig abgesperrt, so auch hier an der Grabenstrasse, wo sich der Hintereingang befindet.
Dieser Knallkörper wurde am folgenden Tag, dem 27. Mai 2020, in Klingnau im Achenbergbach gefunden.
Eine Privatperson hatte den Fund des zweiten Sprengkörpers nahe der Kreuzung Flüestrasse/Schwändiweg gemeldet.
Die Polizei sperrte das Gebiet ab.
Schon am 22. März fand die Polizei Rückstände eines Knallkörpers in den Reben.
Die Spurensicherung rückte an jenem Sonntag an.
Im März haben diverse Male Knallkörper nachts, spätabends und frühmorgens die Bevölkerung aufgeschreckt.
Blick vom Rebberg aufs Klingnauer Städtchen.

Der vierte Sprengkörper, der in Klingnau innert einer Woche gefunden wurde. Er lag in einem Garten.

Kapo AG

Am Pfingstmontag kam es zum in Klingnau zum vierten Polizeieinsatz innert einer Woche – wegen eines Blindgängers. Dieser lag in einem Garten. Spezialisten des Forensischen Instituts in Zürich bargen ihn und brachten ihn ins Labor nach Zürich, wo er untersucht wird. So wie die drei bisherigen Knallkörper auch.

Der Garten gehört einem Ehepaar, das seit Jahren am Chisweg wohnt. "Der Blindgänger lag dort unter einem riesigen Thujabaum", erzählt der 64-jährige Mann, der seinen Namen nicht geschrieben sehen möchte. Der Blindgänger sei so gross wie ein Tennisball und habe keine Zündschnur, erzählt er kurz nach Ende des Polizeieinsatzes. Der Klingnauer ist sich sicher: "Er lag sicher schon seit drei oder vier Wochen dort."

Der 64-Jährige erzählt, er habe den Blindgänger zwar gesehen, aber nicht weiter beachtet und auch nicht angerührt. Die Knalle im März hat das Ehepaar selbst nicht gehört. Der Chisweg gehört zu einem Quartier am nördlichen Rand von Klingnau, rund einen Kilometer vom Rebberg entfernt.

Dem Polizisten erzählt

Am Samstag habe er, so der 64-Jährige, von den Funden der letzten Woche gelesen und dass man sie nach den Vorkommnissen der letzten Zeit der Polizei melden solle. Da habe seine Frau am Pfingstmontag einem Regionalpolizisten, der in der Nachbarschaft wohnt, bei einer passenden Gelegenheit davon erzählt. Und dieser wiederum habe "seine Kollegen" orientiert. Dass es daraufhin zu solch einem Polizeieinsatz mit Absperrungen komme, bei dem ein Sprengstoffroboter in ihren Garten fuhr, damit hatte das Ehepaar dann aber doch nicht gerechnet.

Doch wie kam der Blindgänger ausgerechnet in diesen Garten? Wurde er dort deponiert oder landete er dort, nachdem er als Teil eines grösseren Konstrukts, das in die Luft geschossen wurde, nicht explodierte? "Die Umstände lassen darauf schliessen, dass der vorgefundene, nicht detonierte Knallkörper unter ungeklärten Umständen zufällig in dieser Liegenschaft gelandet sein könnte", sagt Bernhard Graser, Sprecher der Kantonspolizei Aargau.

Aufschluss darüber könnten die Labor-Untersuchungen der vier bisher gefundenen Knallkörper bringen. "Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren", bekräftigt Graser. Er warnt die Bevölkerung: "Es ist möglich, dass noch weitere solche Objekte herumliegen." Nach wie vor gilt: Wer eines findet, soll es nicht anfassen und sofort die Polizei informieren. "Man weiss ja nicht, was drin ist."

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