Lengnau
14 Stimmen machen den Unterschied: Die Bevölkerung lehnt den Kredit für einen Pumptrack ab

Die Lengnauerinnen und Lengnauer haben an der Urne nochmals über den Kredit von 200'000 Franken für die Freizeitanlage abstimmen müssen. Denn gegen das Ja der Wintergmeind ergriffen 375 Anwohnerinnen und Anwohner das Referendum.

Stefanie Garcia Lainez
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Die Gegnerinnen und Gegner haben sich vor allem an der Lage des geplanten Pumptracks beim Schulhaus Rietwise gestört.

Die Gegnerinnen und Gegner haben sich vor allem an der Lage des geplanten Pumptracks beim Schulhaus Rietwise gestört.

Daniel Weissenbrunner

Der geplante Pumptrack auf der Wiese beim Schulhaus Rietwise in Lengnau ist vom Tisch: Die Lengnauerinnen und Lengnauer haben den Kredit über 200'000 Franken für die Freizeitanlage mit 566 Nein- gegenüber 552 Ja-Stimmen abgelehnt. Die Stimmbeteiligung lag bei 58,2 Prozent.

Die vergangene Wintergmeind bewilligte den Kredit noch mit 127 gegen 60 Stimmen. Dagegen ergriffen 375 Lengnauerinnen und Lengnauer das Referendum, weshalb es nun zu einer erneuten Abstimmung an der Urne gekommen ist.

Gegner stören sich am Standort

Das Referendumskomitee stellte von Anfang klar: «Wir sind nicht grundsätzlich gegen einen Pumptrack, wir sind gegen den falschen Standort direkt an der Surb im Naherholungsgebiet und Wohnbereich.» Das Komitee hat Bedenken, dass ein Pumptrack «direkt vor der Nase von Anwohnern» zu intensivem Lärm führen würde, «jeden Tag, inklusive am Sonntag».

Der Gemeinderat argumentierte hingegen, dass die Lage aufgrund der guten Erreichbarkeit auch für die Jüngsten und der Nähe der Schule ideal sei. Andere, evaluierte Standorte würden nicht in Frage kommen. Auch würde die Anlage an sich keinen Lärm verursachen: «Velos, Laufräder, Skooter, Inlineskates – all diese sind mit Gummirädern versehen und generieren praktisch keine Fahrgeräusche», sagte Vizeammann Marcel Elsässer (SP) gegenüber dieser Zeitung. Lärmschutzwände, Musikverbot und eingeschränkte Öffnungszeiten würden ausserdem jenen Lärm eindämmen, der neben dem Track entstehen würde.

Der Rundkurs wäre auf einer Fläche von 1500 Quadratmetern auf der Wiese zwischen dem Oberstufenschulhaus und der Surb im hinteren Bereich in Richtung Tiefenwaag vorgesehen gewesen. Die Gemeinde kaufte das Land im Jahr 2013, zur öffentlichen Zone gehört es aber schon viel länger. Gemäss Nutzungskonzept von 2016 wären auf dieser Wiese Parkplatz für Grossanlässe oder Versammlungsraum und Raumreserven für Jubla und Pfadi möglich − aber auch eine mobile Skateranlage.