Klingnau
Wie es mit dem Bauland-Filetstück Obermatte weitergeht – und wie sich der Volksentscheid auf ein anderes Projekt auswirkt

Das Stimmvolk lehnte im Juni fast alle Anträge für die Erschliessung der grossen Baulandreserve der Gemeinde ab. Das verzögert nicht nur die Überbauung der grünen Wiese, sondern auch die Abwassererschliessung – das einzige Traktandum, das die Sommergmeind genehmigte.

Stefanie Garcia Lainez
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Blick von der Obermatte, die für den Bau von Einfamilienhäusern erschlossen werden soll, auf das Städtchen Klingnau und den Klingnauer Stausee.

Blick von der Obermatte, die für den Bau von Einfamilienhäusern erschlossen werden soll, auf das Städtchen Klingnau und den Klingnauer Stausee.

Philipp Zimmermann

Die schöne Aussicht auf den Klingnauer Stausee soll gute Steuerzahler anlocken: Am Sonnenhang oberhalb der Rebberge befindet sich mit 2,8 Hektaren die letzte grosse Baulandreserve, die noch unüberbaut ist. Doch jetzt wird es kompliziert: Um die Obermatte erschliessen zu können, hätte die Gemeindeversammlung diesen Juni insgesamt sechs Beschlüsse mit Krediten über insgesamt mehr als 5,5 Millionen Franken fassen müssen.

Doch nur einen nahm das Stimmvolk an. Das Ziel, die grüne Wiese bis Ende 2023 mit bis zu 25 Einfamilienhäusern zu überbauen, rückt somit in weite Ferne – und wohl auch die Erschliessung des Retentionsbecken in der Jonermatte West.

Mit Anschluss sollen Kellerüberflutungen vermieden werden

Die Abwassererschliessung für 1,941 Mio. Franken war das einzige Teiltraktandum, das die Sommergmeind genehmigte. Dank dieser Erschliessung könnte der Obermattenbach als Sauberwasser in das Retentionsbecken in der Jonermatte West geleitet werden. Heute wird über den Obermattenbach das Abwasser der bestehenden Obermatte der ARA Klingnau zugeleitet. Mit dem Anschluss soll auch eine erneute Überflutung eines Mehrfamilienhauskellers, wie Anfang Juni geschehen, vermieden werden. Dafür nötig ist aber eine zusätzliche Schmutzwasserleitung im Sionerweg.

Die Teiländerung der Nutzungsplanung lehnte die Gmeind im Juni hingegen ab. Bei den vier Krediten für Erschliessung, Strassenausbau und die Offenlegung des Obermattenbachs nahm das Volk die Rückweisungsanträge an.

Die Teiländerung der Nutzungsplanung Siedlung und Kulturland lehnte die Sommergmeind im Juni hingegen ab. Bei den vier Krediten für die Erschliessungen Signal- sowie Wasserversorgung, den Strassenausbau und die Offenlegung des Obermattenbachs nahm das Stimmvolk die jeweiligen Rückweisungsanträge an.

Trotz Ja: Abwasser wird wohl noch nicht erschlossen

Nach den Sommerferien trifft sich nun das Projektteam Erschliessung Obrematte zu einer ersten Sitzung. «Anschliessend werden Gespräche mit den Grundeigentümern geführt», sagt Stadtammann Reinhard Scherrer.

Reinhard Scherrer, Stadtammann von Klingnau.

Reinhard Scherrer, Stadtammann von Klingnau.

Louis Probst/Archiv

Fest steht aber schon jetzt: Das Projekt Abwassererschliessung kann so wie beantragt kaum umgesetzt werden. «Insbesondere, weil die Verpflichtungskredite Ausbau Steigstrasse und Wasserversorgung zurückgestellt wurden.»

Die vier Kredite zur Erschliessung der Obermatte würden eine Einheit bilden. Der gleichzeitige Ausbau der Steigstrasse und der verschiedenen Werke ermögliche Synergien, die sich positiv auf die Kosten auswirkten. «Diese können im Gesamtpaket günstiger erstellt werden», sagt der Ammann. «Da die erwähnten Synergien aber entfallen, dürfte der genehmigte Verpflichtungskredit ‹Abwasser› nicht genügen – Kostenüberschreitungen wären zu erwarten.»

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