Tödliches Renndrama
Gippinger-OK-Präsident: «Das Urteil wird viele Velorennfahrer beschäftigen»

Nach dem Schuldspruch zum tödlichen Unfall an den Radsporttagen Gippingen im Jahr 2014 stellt sich die Frage, ob es Folgen haben wird für die Rennfahrer.

Rosmarie Mehlin und Manuel Bühlmann
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OK-Präsident René Huber: «Wer gewisse Regeln einhält, muss kaum mit ähnlich gravierenden Folgen rechnen.»

OK-Präsident René Huber: «Wer gewisse Regeln einhält, muss kaum mit ähnlich gravierenden Folgen rechnen.»

ZA/TeleM1

Der ehemalige Radprofi, der an den Gippinger Radsporttagen 2014 einen Sturz verursachte, bei dem ein anderer Teilnehmer ums Leben kam, ist vom Bezirksgericht Zurzach wegen fahrlässiger Tötung und mehrfacher fahrlässiger Körperverletzung verurteilt worden.

Ein Jahr bedingt und 2000 Franken Busse, lautet das Urteil. Weiter hat das Gericht Schadenersatz- und Genugtuungsforderungen von Angehörigen fast vollumfänglich gutgeheissen. Zusammen mit Zinsen und Verfahrenskosten summieren sich die Forderungen auf rund eine halbe Million.

Das Gericht bejahte zwar den Tatbestand der fahrlässigen Tötung, hingegen verneine es den von der Privatklägerschaft vorgebrachten Tatbestand der eventualvorsätzlichen Tötung. Es sei kein Motiv für ein absichtliches Zufallbringen ersichtlich gewesen.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und kann ans Obergericht weitergezogen werden. Es werde viele Velorennfahrer beschäftigen, sagt René Huber, OK-Präsident der Radsporttage Gippingen. «Vielleicht machen sie sich in Zukunft mehr Gedanken über die Risikoeinschätzung und allfällige Gefahren. Das wäre erfreulich.»

Auf dem Siegerpodest von 1969 stehen von links: Jean Ronsmans (3.), Walter Godefroot (1.) und Erich Spahn (2.).
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Eric De Vlaeminck freut sich über seinen Sieg 1970.
Der Gesichtsausdruck sagt alles. 1976: Links der enttäuschte Zweite Jan Raas,daneben der strahlende Sieger Roy Schuiten, zusammen mit Joseph Voegeli.
1977: Das Trio, das Gippinger Renngeschichte schreibt.Von links: MichelPollentier (2.), Dietrich Thurau (1.) und Roland Salm (3.).
Weltmeister Francesco Moser am Start 1978.
Knappe Entscheidung im Spurt. Adri Van der Poel jubelt.
Grosse Namen geben sich ein Stelldichein auf dem Podest von 1993. Von links: Claudio Chiappucci (2.), Gianni Bugno(1.) und Prudenzio Indurain (3.).
Diese drei Fahrer machen 1996 den Sieg unter sich aus.Von links: Abraham Olano (2.), Fabrizio Guidi (1.) und Bjarne Riis (3.).
OK-Präsident Marco Canonica (links) und Heinz Sager (rechts) von der NAB freuen sich über den Schweizer Erfolg. Auf dem Podest von 2005 stehen Jan Ullrich (2.), Alexandre Moos (1.) und Marcel Stauss (3.).

Auf dem Siegerpodest von 1969 stehen von links: Jean Ronsmans (3.), Walter Godefroot (1.) und Erich Spahn (2.).

Badener Tagblatt

Huber geht aber nicht davon aus, dass sich Hobbysportler nun von der Teilnahme an einem Rennen abhalten lassen. «Wer gewisse Regeln einhält, muss kaum mit ähnlich gravierenden Folgen rechnen.»

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Alexander Wagner

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