Klingnau
Gemeinderat bestimmt neuen Standort für Schul-Pavillon

Der Modulbau mit vier Schulzimmern in Klingnau erhält einen neuen Standort, die Zeit drängt.

Andreas Fretz
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Noch stehen die Profile für den Pavillon auch neben dem Bezirksschulhaus, doch der Standort wird nicht genutzt.

Noch stehen die Profile für den Pavillon auch neben dem Bezirksschulhaus, doch der Standort wird nicht genutzt.

Die Konzentration der Oberstufen von Döttingen, Klingnau und Koblenz erfordert neue Schulräume. Deshalb wird in Klingnau ein Pavillon mit vier Schulzimmern gebaut. Zu Beginn des neuen Schuljahrs 2016/17 soll dieser bezugsbereit sein. An der «Gmeind» im November 2015 sagte das Stimmvolk deutlich Ja zum 1,1-Millionen-Kredit. Der beste Standort, sagte damals der zuständige Gemeinderat Felix Lang, sei neben dem Bezirksschulhaus Schützenmatt. Die Profile wurden aufgestellt.

Aber nun ist einiges anders. Zwar stehen die Profile auf der Wiese nordwestlich der Schulanlage noch immer, doch auch beim sogenannten Biotop beim SeReal-Schulhaus ragen nun plötzlich Profile in den Himmel. Auf der Gemeinde liegt bis zum 30. März ein neues Baugesuch auf, das auch dem Kanton zur Prüfung und Zustimmung überreicht wurde.

Der zweistöckige Pavillon, das ist klar, soll einen neuen Standort erhalten. Knapp 200 Meter liegt dieser vom alten entfernt. «Der Gemeinderat hat in Absprache mit der Kreisschul- und der Primarschulpflege dem Standort beim Biotop zugestimmt», sagt Gemeindeammann Oliver Brun.

Stellt sich die Frage, wieso der Standort überhaupt gewechselt wird und wieso man nicht schon früher auf die Lösung im Wäldchen beim Biotop gekommen ist. «Schulpflege und Schulleitung haben interveniert», sagt Gemeindeschreiber Rolf Walker. Franco Corsiglia, Schulleiter der Oberstufe Unteres Aaretal (Osua), sagt: «Ich habe den Kopf schütteln müssen, als ich die Profile beim Bezirksschulhaus gesehen habe.» Die Standortdiskussion existiert schon länger. Nun hat der Gemeinderat offenbar zurückkrebsen müssen.

Aus Sicht von Schulpflege und Schulleitung sind es pädagogische Gründe, die für den neuen Standort sprechen. Mit der alten Lösung wären Primarschule und Oberstufe durchmischt worden. Im Pavillon neben dem Bezirksschulhaus wären drei Primarschulklassen untergebracht. Mit der Biotop-Lösung bleiben die Primarschul- und die Oberstufenklassen jeweils kompakt zusammen. «Es ist ein Entscheid im Interesse der Kinder», sagt Corsiglia.

Ammann Brun mag nicht darüber lamentieren, ob die jetzige Lösung nicht früher hätte gefunden werden müssen. «Im Verlauf der Zeit haben sich neue Einsichten entwickelt. Es ist wichtig, dass diese Erkenntnisse nun eingeflossen sind», sagt er.

«Missverständlicher Kommunikation»

Corsiglia spricht von «missverständlicher Kommunikation», sieht die Schuld aber nicht nur beim Gemeinderat. «Verschiedene Gremien wie die Schulleitung oder der Gemeinderat erfuhren zuletzt personelle Veränderungen.» Man habe sich in den neuen Konstellationen zuerst finden müssen. Lobend äussert er sich über die Primarschul- und die Oberstufenschulpflege. «Diese zwei Gremien haben gut zusammengearbeitet und Überzeugungsarbeit geleistet.»

Doch nun drängt die Zeit. Mehrere Schulklassen werden von Döttingen, wo eine grosse Schulhaus-Sanierung ansteht, nach Klingnau zügeln. Am 8. August beginnt das neue Schuljahr. Man liege im Zeitplan, sagt Klingnaus Gemeindeschreiber Walker. «Ich verlasse mich auf die Aussage, dass es zeitlich reichen wird», sagt Corsiglia.

Gelegen kommt, dass das Projekt nicht noch einmal vor die «Gmeind» muss. Diese sagte Ja zum Kredit, der Standort war aber nicht Teil der Vorlage. Zwar entstehen durch das neue Baugesuch zusätzliche Publikationskosten, «aber der Kredit wird nicht überschritten», sagt Walker.

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