Full-Reuenthal
Rohschlacke soll nicht auf dem Boden landen: Für die neuartige Recycling-Anlage liegt eine Projektänderung auf

Ab 2023 gewinnt die Selfrag AG in Full-Reuenthal Metalle aus Rohschlacke, die beim Verbrennen von Kehricht entsteht. Die Schlacke soll nun aber unter Dach bewirtschaftet und nicht wie ursprünglich auf den Boden gekippt werden.

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In der Industriezone in Full baut die Firma Selfrag mit Sitz in Kerzers FR eine Schlackenaufbereitungsanlage.

In der Industriezone in Full baut die Firma Selfrag mit Sitz in Kerzers FR eine Schlackenaufbereitungsanlage.

Philipp Zimmermann (Archiv)

Seit Mitte Januar laufen die Bauarbeiten für die neue Recycling-Anlage «Centro Uno» in Full-Reuenthal. Mit ihrer neuen Technologie soll die Anlage bei der Nachbearbeitung von bis zu 35'000 Tonnen Rohschlacke pro Jahr wertvolle Metalle zurückgewinnen – und gleichzeitig auch das Platzproblem in den Deponien entschärfen. Dort werden Schlacke und Filterasche vergraben, die bei der Abfallentsorgung in Kehrichtverbrennungsanlagen anfallen.

Gemäss «Sonntags-Zeitung» stehen im Aargau und anderen Kantonen aber «keine gesicherten Deponiekapazitäten mehr zur Verfügung». Nun liegt ein Änderungsgesuch für das bewilligte Projekt im Industrieareal Fullerfeld auf.

Die Schlacke landet im Aufgabebunker, statt auf dem Boden

Die Anlieferung der feuchten Kehrichtschlacke aus den KVA in Turgi, Buchs und Perlen LU erfolgt gemäss technischem Bericht wie bisher vorgesehen mit LKW-Kippern. «Die Schlacke wird neu jedoch nicht mehr auf den Boden gekippt und mit dem Pneulader bewirtschaftet, sondern direkt in einen vertieften Aufgabebunker gekippt, und von dort mittels automatischem Greifersystem weiterbefördert.»

Durch die Bewirtschaftung der Schlacke mit dem Pneulader würde die Fahrfläche in diesem Bereich als verschmutzt gelten, und die Entwässerung via Wasseraufbereitungsanlage mit Überlauf in die Mischwasserkanalisation der Gemeinde erfolgen. Indem nun die Bewirtschaftung und der Verlad der Schlacke wie auch der Auflad der Restschlacke unter Dach erfolgt, werde sichergestellt, dass diese nicht auf den Vorplatz und die Fahrfläche gelangt und diese verschmutzt.

«In der Folge wurde, nach Rücksprache mit den zuständigen Behörden, entschieden, das Platzwasser als normales Regenwasser zu betrachten und nicht mehr als potenziell verschmutzt», heisst es im technischen Bericht weiter. Eine kleine Teilfläche hinter der Halle (Südseite), über die das Aufgabeband führt, werde zur Sicherheit in die Wasseraufbereitungsanlage entwässert.

Die Fläche zwischen den Schienen, heute mit Gleisschotter ausgeführt, wird gemäss Unterlagen neu versiegelt. Auf der Nordseite der Gleise wird ein Versickerungsbecken erstellt. Der belastete Boden in diesem Bereich werde vorgängig vollständig entfernt. (sga)