Freizeit
Pumptracks in der Region: Wo bald gebaut wird und wo noch Anlagen geplant sind

In Klingnau, Würenlingen und Lengnau hat die Stimmbevölkerung in den vergangenen Monaten über den Bau von Pumptracks entschieden. Trotz einer Ablehnung in Lengnau ist der asphaltierte Rundkurs noch nicht vom Tisch.

Stefanie Garcia Lainez
Drucken
Der Pumptrack in Birmenstorf feierte 2019 die Neueröffnung - mit einem frisch asphaltierten Rundkurs.

Der Pumptrack in Birmenstorf feierte 2019 die Neueröffnung - mit einem frisch asphaltierten Rundkurs.

zvg

Mit dem Trottinett über eine Bodenwelle sausen oder mit dem Laufrad eine Steilwand hinunterfahren – ein Kindertraum, der in immer mehr Gemeinden wahr wird: In den vergangenen zwei Jahren hat sich die Zahl der Pumptracks in der Schweiz von über 50 auf mehr als 100 verdoppelt.

Im Zurzibiet ist bis jetzt Zurzach aber der einzige Ort mit einem asphaltierten Rundkurs. Wer eher im Norden des Bezirks wohnt, fährt für das schnelle Vergnügen deshalb mit Velo, Skateboard, Scooter oder Inlineskates nach Brugg oder Baden. Noch diesen Sommer soll sich das aber ändern: In Klingnau starten nächsten Montag die Bauarbeiten, in Würenlingen wollen die Initianten das Baugesuch einreichen. In Lengnau ist der Pumptrack derweil noch nicht vom Tisch.

Im Februar lehnte das Lengnauer Stimmvolk den Kredit über 200'000 Franken für einen Pumptrack bei der Schulanlage Rietwise äusserst knapp ab. Während sich die Gegner freuten, die unter anderem Lärm befürchteten, war die Enttäuschung bei den Befürwortern gross.

Nun hat der Gemeinderat einen anderen Standort ins Auge gefasst, wie der zuständige Vizeammann Marcel Elsässer (SP) bestätigt. Neu ist der Pumptrack auf der Bleiwiese als integraler Bestandteil eines Begegnungsplatzes für Jung und Alt angedacht, sagt er.

Zuerst muss Rückhaltebecken gebaut werden

Auf der Parzelle in der «Zone für öffentliche Bauten und Anlagen Bleiwiese» zwischen Gartencenter, Haupt- und Bodenstrasse befindet sich der provisorische Bikepark, der aber nicht asphaltiert ist und sich deshalb nur für Bikes eignet. Dort plant die Gemeinde ein Regenrückhaltebecken, der Planungskredit sprachen die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger im vergangenen Herbst. Diesen Standort hatten bereits die Gegner des ersten Pumptrack-Projekts vorgeschlagen.

«Bis aber das Rückhaltebecken und danach ein allfälliger Pumptrack realisiert wird, dauert es noch einige Jahre», sagt Marcel Elsässer. «Zurzeit suchen wir noch ein bis zwei weibliche ältere Bewohnerinnen, die sich für die Bedürfnisse der älteren Generation in die Arbeitsgruppe einbringen möchten.»

Würenlinger Verein hat Finanzierung realisiert

Einen leichten Verzug haben die Initianten in Würenlingen verkraften müssen. Der Pumptrack-Verein Würenlingen hatte im vergangenen Herbst innert kürzester Zeit den anvisierten Betrag in Form von finanziellen und materiellen Spenden gesammelt. Der Verein rechnet mit Kosten von rund 280'000 Franken. Nur die verbindliche Zusage der Gemeinde fehlte.

Nach gründlicher Beratung beschlossen der Gemeinderat und der Verein Pumptrack, dass die Gemeindeversammlung über eine Nutzungsvereinbarung abstimmen soll. Mit grossem Mehr segnete die Sommergmeind vor kurzem die Vereinbarung ab.

«Wir haben die Verzögerung längst verdaut– jetzt nehmen wir den Schwung von der Gemeindeversammlung mit», sagt Mitinitiant Pascal Stoll, der das Projekt mit Angelo Lozza, Pascal Gauch, Isidor Koller und Tobias Spuler 2020 lanciert hatte. Nächste Woche will der Verein als Träger der Anlage das Baugesuch einreichen. «Unser Ziel ist es, den Pumptrack im Oktober zu eröffnen und im Frühling ein Einweihungsfest zu feiern», sagt Pascal Stoll.

In Klingnau unterstützt die Stadt das Projekt finanziell

Ganz nach Plan läuft es derzeit in Klingnau, sagt Reto Capaul, der zusammen mit seiner Frau und der Familie Nef-Jenny die Interessengemeinschaft Pumptrack Klingnau ins Leben gerufen hat. Mit dem Beginn der Ferien starten die Bauarbeiten. In vier bis sechs Wochen soll der asphaltierte Rundkurs mit Bodenwellen, Sprüngen und Steilkurven fertig sein.

«Wenn das Wetter mitspielt, ist die Chance gross, dass die ersten Kinder bereits nach den Sommerferien über den Pumptrack fahren können», sagt Reto Capaul. Die Vorfreude im Städtli ist auf jeden Fall gross. Die einen Kinder würden schon länger immer wieder danach fragen, sagt er und lacht.

Dabei ging es verhältnismässig schnell: 2019 wurde eine Klasse der Klingnauer Primarschule mit dem Wunsch nach einem Pumptrack beim Stadtrat vorstellig. An der vergangenen Wintergmeind sagte das Volk Ja zum Bruttokredit über 250'000 Franken für die rund 1000 Quadratmeter grosse Anlage auf dem Propsteischulhof.

Ein weiterer Pumptrack befindet sich in Leibstadt. Der Rundkurs des Veloclubs gehört allerdings zu den Urpumptracks: ein hügeliger Rundkurs aus Erde, den BMX-Fahrer und Mountainbikerinnen nutzen. Mit dem BMX-Boom in den 70er- und 80er-Jahren kamen die ersten Wellenbahnen auf, in den 2000er-Jahren waren die Pumptracks vor allem ein Tummelfeld für Mountnain-Biker. Unterdessen sind die Anlagen aus Asphalt – und der Trend ist in der breiten Masse angekommen.