Klingnau
Farbtupfer im Städtchen: Dieser Laden setzt auf neues Geschäftsmodell – mit Erfolg

An der Klingnauer Schattengasse verkaufen zwei Frauen in ihrem Laden «eiFACH so...» handgemachte Produkte – die Nachfrage ist riesig.

Barbara Stotz Würgler
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Sind stolz auf ihr kleines Reich: die Gründerinnen von «eiFACH so ...» Karin Graf und Sabine Pfister (von links).

Sind stolz auf ihr kleines Reich: die Gründerinnen von «eiFACH so ...» Karin Graf und Sabine Pfister (von links).

Barbara Stotz Würgler

Das Konzept von «eiFACH so ...» ist so einfach wie originell: Herstellerinnen und Hersteller von handgemachten Produkten mieten im Laden ein kleines Regal für 50 Franken pro Monat und präsentieren darin ihre Ware. Die Palette reicht von gestrickten Socken und bestickten Handtüchern über Seife und Schmuck bis hin zu Süssigkeiten, Taschen und Babykleidern.

Dabei hat es Dinge wie Karten, Spiele oder Mitbringsel, die nur ein paar Franken kosten, aber auch Dekorationsgegenstände, die über 100 Franken teuer sind. «Wir achten auf einen guten Mix», erklärt Mitinhaberin Sabine Pfister aus Rietheim.

Dreizehn Personen warten zurzeit darauf, dass sie ihre handgemachten Kreationen bei «eiFACH so ...» zum Kauf anbieten können. Begehrt sind auch die Plätze im Postkartenständer und im Schaufenster. Während einige nur für zwei Monate ein Fach belegen, schliessen andere gleich Halbjahresverträge ab.

Die Nachfrage ist inzwischen riesig

Die Produzentinnen und Produzenten sind altersmässig durchmischt und kommen aus der ganzen Schweiz. Dabei haben Sabine Pfister und ihre Geschäftspartnerin Karin Graf aus Gippingen nie gross Werbung gemacht.

Anfangs haben sie auf Märkten Flyer verteilt und via Facebook ihr Zielpublikum zu erreichen versucht. Heute ist die Nachfrage riesig, wobei die meisten Interessenten via Mundpropaganda auf das Geschäft aufmerksam werden.

Konzept entdeckt und adaptiert

Dass ihr Geschäftsmodell zu einer derartigen Erfolgsgeschichte wird, hätten sich die Gründerinnen nie ausgemalt. Die beiden Frauen hatten zwar schon länger die Idee, einen Laden zu eröffnen. Darüber, was sie darin so alles verkaufen würden, hatten sie sich aber noch nicht allzu viele Gedanken gemacht.

Von einem Konzept waren sie weit entfernt, als sie Ende 2017 spontan den Mietvertrag für das Ladenlokal an der Schattengasse 43 in der Klingnauer Altstadt unterschrieben. In Österreich hatte Sabine Pfister einmal von einem «Fachl»-Laden gehört, in dem Hobbykünstler und Bastler ihre Produkte feilboten. Und da die Freundinnen selber schon länger Freude am Nähen und Basteln haben, entschieden sie sich dazu, dieses Modell zu adaptieren.

Sabine Pfister verkauft zudem im Laden ihre selbst genähten Taschen, Portemonnaies und Necessaires, Karin Graf konzentriert sich auf die Herstellung von Konfitüren, Sirup, Gewürzöl, Badesalz, Holzschildern und weiterem mehr. Zusätzlich kaufen sie bei Stiftungen, Institutionen und Schweizer Firmen originelle Artikel ein und verkaufen sie weiter.

Kreativkurse für Erwachsene und Kinder

Immer wieder entdecken sie dabei spannende Dinge, so zum Beispiel die Milchkannenlaternen von Lumière des Alpes oder die Trinkflaschen aus Glas und Silikon von Squireme. Ein weiteres Angebot von «eiFACH so ...» sind die Kreativkurse für Erwachsene und Kinder.

Bei Sabine Pfister können Taschen genäht werden, bei Karin Graf lernen die Teilnehmer Orimoto, das Falten von Büchern, oder sie bedrucken Schilder oder T-Shirts. Auf Weihnachten hin werden sie ebenfalls einige Bastelkurse ausschreiben.

Klingnau in Bildern:

Das Städtchen Klingnau: Die roten Teppiche wurden von den Läden und Restaurants nach der Jahrhundert-Sanierung des Städtchens ausgelegt. (2017)
35 Bilder
Schloss Klingnau: Hier wohnte einst der Gründer der Stadt Ulrich von Klingen. Klingnau wurde 1239 auf einem Schotterhügel gegründet.
Der Innenhof von Schloss Klingnau.
Blick auf die Stadtkirche im Städtchen, dem Zentrum von Klingnau.
Klingnau ist die unterste Stadt an der Aare, wenige Kilometer weiter flussabwärts, in der Nachbargemeinde Koblenz, fliesst die Aare in den Rhein.
Prächtiges Herbstwetter in Klingnau: Blick vom Rebberg auf das Städtchen. In der Gemeinde wohnen 3500 Personen. (Stand: März 2019)
Schloss Klingnau aus anderer Perspektive. Der Baum links musste mittlerweile gefällt werden.
Der Innenhof von Schloss Klingnau: Im Rittersaal feiern regelmässig unterschiedlichste Gesellschaften. Hier traf man sich zum Jassturnier am AZ-Jasskönig 2017.
Im Dezember findet jeweils der Chlausmarkt statt.
Klingnau in Weiss gehüllt - Blick vom Rebberg.
An der Fasnacht kommt es im Städtchen jeweils zu einer Treibjagd zwischen Räbehegeln "Brieggerli" und "Lächerli" und Kindern.
Die Schüler bewerfen beim alten Fasnachtsbrauch die beiden Maskierten mit der Geissel mit Runkeln und Kabisstorzen.
Hundete Zuschauer zieht der um
Die mächtige Propstei in Klingnau, hier befinden sich auch Gemeindekanzlei und Büros der Gemeinderäte.
Zu Klingnau gehört das Naturschutz-Paradies "Klingnauer Stausee": Es ist gerade bei Vogelkundlern (Ornithologen) bekannt und beliebt.
Entstanden ist der Stausee durch den Bau des Wasserkraftwerks Klingnau von 1931 bis 1935.
Schlichtweg schön: Ein Sonnenuntergang am Klingnauer Stausee.
Ein Geheimtipp: Die Aussicht vom Klingnauer Aussichtspunkt Hönger.
Aus der Vogelperspektive: Blick auf den Klingnauer Stausee mit Döttingen (links) und Klingnau (rechts) vor dem Klingnauer Stausee.
Im Sommer 2018 war der Donnschtig-Jass zu Gast im Städtchen.
"Donnschtig-Jass" in Klingnau: Beni Thurnheer am "Hau den Lukas", beobachtet von Roman Kilchsperger als Abba-Sänger.
"Donnschtig-Jass" in Klingnau: Rund 3000 Besucher sorgten für eine tolle Atmosphäre.
Das Schulhaus Schützenmatt: In Klingnau befinden sich Primarschule sowie sämtliche Oberstufenzüge von Real, Sek und Bez.
Das Schwimmbad in Klingnau: Es hat viel Platz und geniesst einen guten Ruf.
Für Schlagzeilen sorgte im Sommer 2012 der Goldfund von Klingnau. Diese 10 Goldbarren (2,6 Kilogramm) fanden zwei Gemeindearbeiter eines Morgens.
An diesem Fussweg, zwischen Bahnlinie und Umfahrungsstrasse, lagen die 10 Goldbarren hinter dem Strauch, der sich zwischen Kandelaber und Mauer befindet.
Die Goldbarren lagen in einem Plastiksack, der in dieser Kuhle an der Mauer zur Umfahrungsstrasse lag. (Bild von 2017)
Fünf Jahre nach dem Fund hatte sich niemand gemeldet, dem alle oder ein Teil der Goldbarren rechtmässig gehört. Sie gingen deshalb in das Eigentum der Gemeinde über. Ihr Wert lag bei rund 100'000 Franken. Die Gemeindemitarbeiter erhielten einen Finderlohn von je 5 Prozent.
Schon 1905 gab es in Klingnau einen grossen Goldfund: Holzhauer fanden am 3. Februar 1905 im Äppelöö einen Goldschatz mit 829 Goldmünzen aus dem 16./17. Jahrhundert.
Dieser Gedenkstein im Klingnauer Wald erinnert an den Goldfund vom 3. Februar 1905
Die zwei grossen Goldfunde von Klingnau auf der Karte: 2012 fanden zwei Gemeindearbeiter 2,6 Kilogramm Goldbarren, 1905 hatten Holzhauer im Wald 829 Goldmünzen ausgegraben.
Der untere Brunnen und die Klingnauer Stadtkirche.
Die Stadtmusik Klingnau unter der Leitung von Pascal Maillard bei einem Auftritt in der Stadtkirche.
Die Stadtmusik Klingnau, hier in der katholischen Kirche, ist für ihr musikalisches Können bekannt.
Zum Abschluss: Sonnenuntergang in Klingnau, in Schwarz die Silhouette des Städtchens.

Das Städtchen Klingnau: Die roten Teppiche wurden von den Läden und Restaurants nach der Jahrhundert-Sanierung des Städtchens ausgelegt. (2017)

Philipp Zimmermann

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