Döttingen
«In solchen Situationen sind wir als Schulleiter machtlos»: Nun müssen auch über 40 Kindergärtler in Quarantäne

Der Döttinger Schulleiter musste am Donnerstag zwei weitere Klassen in Quarantäne schicken. Diesmal auf der Stufe Kindergarten. Das hätte möglicherweise verhindert werden können.

Stefanie Garcia Lainez
Drucken
Teilen
Zurzeit sind in Döttingen über 80 Kindergärtler sowie Schülerinnen und Schüler in Quarantäne.

Zurzeit sind in Döttingen über 80 Kindergärtler sowie Schülerinnen und Schüler in Quarantäne.

zvg

Das vergangene Wochenende war für die Schule Döttingen, Eltern und Kinder nicht einfach: Am Freitagabend musste Schulleiter Res Fankhauser 43 Schülerinnen und Schüler der zwei vierten Klassen auf Anweisung des Contact Tracings in Quarantäne schicken. Die Massnahme wurde nötig, weil ein Kind aus einer der Klassen positiv auf das mutierte Coronavirus getestet worden war.

Am Sonntag liessen sich alle Kinder im Asana Spital in Leuggern testen. Nebst dem Kind aus der vierten wurde auch ein Kind aus der fünften Klasse vergangene Woche positiv auf das mutierte Coronavirus getestet. Da aber ab der fünften Klasse Maskenpflicht gilt, mussten die Klassenkameraden weder sich in Leuggern testen lassen noch Zuhause bleiben. Am Donnerstagabend folgte nun die nächste Anordnung aus Aarau: Zwei weitere Klassen müssen in Quarantäne. Diesmal auf Stufe Kindergarten.

Kind trotz Coronafällen in der Familie nicht getestet

Die gute Nachricht vorweg: Bei allen 43 am Sonntag getesteten Viertklässlern fiel das Ergebnis negativ aus. Die schlechte Nachricht: Womöglich hätte verhindert werden können, dass auch die Kindergärtler in Quarantäne müssen. Denn bei einem der beiden Kinder, die vergangene Woche positiv getestet wurden, seien auch die Eltern bereits positiv auf Corona getestet worden, sagt Res Fankhauser. Zwar sei die Familie mit dem jüngsten Kind, das den Kindergarten besucht, zum Kinderarzt. «Dieser verzichtete aber auf einen Coronatest», sagt Fankhauser. Ohne Testresultat konnte der Kindergarten aber nicht geschlossen werden. Auffallend war, dass am Montag genau in diesem Kindergarten sechs weitere Kindergärtler krank abgemeldet wurden.

«In solchen Situationen sind wir als Schulleiter machtlos», sagt Res Fankhauser. «Wir tragen zwar die Verantwortung, können aber nicht entscheiden und eine Klasse präventiv in Quarantäne schicken, sondern nur zuschauen, wie sich die Kinder trotz Schutzmassnahmen allenfalls anstecken.» Die Schulen seien aus diesem Grund erstens darauf angewiesen, dass die Eltern ihre Kinder testen lassen. Zweitens, dass der Arzt den Test durchführt, und drittens, dass das Contact Tracing Quarantäne anordnet.

Schulleiter suchte Gespräch mit Kinderarzt und Kantonsärztin

Der Döttinger Schulleiter suchte deshalb das Gespräch mit dem Arzt des Kindes und der Kantonsärztin Yvonne Hummel. «Ich erklärte dem Arzt, wieso es so wichtig ist für die Schulen, ob ein Kind Corona hat oder nicht», sagt Res Fankhauser. Der Kinderarzt habe glücklicherweise Verständnis gezeigt.

Auch bei Yvonne Hummel stiess er auf offene Ohren. «Sie war sehr kompetent und kannte die Situation in Döttingen bestens.» Nach dem Gespräch ordnete sie an, dass das Kind verspätet doch noch getestet wurde und die zwei Kindergartenklassen vorsichtshalber in Quarantäne müssen. Dies aber nur noch bis und mit Montag, weil die ersten Symptome bereits mehrere Tage zurückliegen.

Aktuelle Nachrichten