Döttingen
Die «Bösen» kommen: Landammann und 200 Schwinger weihen die zweitgrösste Halle im Aargau ein

Der Schwingklub Zurzibiet eröffnet am Schwingfest seine neue Trainingsstätte in Döttingen – und lädt zum Volksfest mit den «Bösen» und dem Landammann Alex Hürzeler.

Stefanie Garcia Lainez
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Der Zurzibieter Kategoriensieger Matti Berchtold (links) im Schlussgang des Schwinget in Tegerfelden 2021 kurz vor seinem Sieg.

Der Zurzibieter Kategoriensieger Matti Berchtold (links) im Schlussgang des Schwinget in Tegerfelden 2021 kurz vor seinem Sieg.

zvg

Die «Bösen» messen sich am kommenden Wochenende in Döttingen – und feiern mit dem Schwingklub Zurzibiet einen Meilenstein in der Klubgeschichte: die Einweihung der neuen Schwinghalle, der zweitgrössten im ganzen Kanton. Am Samstag treten rund 50 Aktivschwinger im Sägemehl gegeneinander an, am Sonntag zeigen beinahe 150 Nachwuchsathleten aus der ganzen Nordwestschweiz ihr Können. Bis zu tausend Besucherinnen und Besucher erwartet der Verein bei schönem Wetter pro Tag.

«Die Freude ist sehr gross, dass wir nun endlich unsere neue Halle mit der Bevölkerung teilen und zeigen können, was hier geschafft worden ist», sagt Lukas Kramer, Vorstandsmitglied und Technischer Leiter. «Wir haben lange darauf gewartet.» Bereits im Oktober 2020 konnte der Schwingklub die 150 Quadratmeter grosse Halle an der Schützenhausstrasse 32 eröffnen – jene in Aarau ist nur wenige Quadratmeter grösser.

Zuvor waren die Mitglieder für das Wintertraining 50 Jahre lang im halb so grossen Keller der Turnhalle Bogen in Döttingen einquartiert. Während acht Monaten baute ein Teil der knapp 350 Mitglieder sowie weitere Helferinnen und Helfer das ehemalige Schützenhaus um, kleideten die Halle mit Wandpolstern und eine kleine Küche mit Sitzgelegenheit aus.

Covid-19 hat bisher die Eröffnungsfeier verhindert

«Wegen der Coronapandemie konnte die Halle aber nicht in einem würdigen Rahmen eingeweiht werden», sagt Lukas Kramer. Denn an dem Schwinget in Tegerfelden im Frühling 2021 war die Zuschauerzahl auf 100 Personen begrenzt. «Wir haben nun seit anderthalb Jahren super Trainings in der neuen Halle», sagt Lukas Kramer. Aber ohne eine würdige Einweihung fühle sich das Projekt noch nicht abgeschlossen an.

Am kommenden Samstag wird dies nun nachgeholt. Um 10 Uhr fällt der Startschuss für das Schwingfest, danach finden über den ganzen Tag verteilt mehrere Führungen durch die neue Halle statt. Nach dem Schlussgang um 16 Uhr folgt die feierliche Zeremonie – mit der Bevölkerung, aber auch mit Prominenz aus Politik und Wirtschaft.

So wird nebst dem Döttinger Gemeinderat auch Landammann Alex Hürzeler anwesend sein. Vor Ort wird auch der Baukommissionspräsident und ehemaliger «Eidgenosse» Markus Birchmeier sein. Er gewann den Schwinget im Zurzibiet mehrfach, das letzte Mal 2003 in Würenlingen.

Der letzte Sieg eines Zurzibieter liegt zwölf Jahre zurück: Der Vereinspräsident Niklaus Meier gewann 2010 den Schlussgang in Mandach – ausgerechnet gegen seinen Bruder Lukas Meier, der Präsident des Aargauer Kantonalen Schwingerverbandes ist. Seit 20 Jahren wird der Schwinget im Zurzibiet an jährlich wechselnden Ortschaften im Bezirk durchgeführt. Zuvor fanden seit den 80er-Jahren Schwingfeste auf dem Achenberg statt.

In diesem Jahr rechnet Lukas Kramer aber nicht unbedingt mit einem Sieg eines Zurzibieters. «Wir hatten etwas Pech mit verletzungsbedingten Rücktritten und haben nun eine junge Truppe.» Diese sei in den Startlöchern für die kommenden Jahre.

Nebst den Lokalmatadoren werden unter den Schwingern mehrere bekannte Namen zu finden sein. So treten etwa die Aargauer Topathleten Oliver Hermann aus Erlinsbach, Tobias Widmer aus Kölliken und «Eidgenosse» Nick Alpiger aus Staufen an.

Nik Alpiger im hellen Hemd gegen Christoph Bieri im Schlussgang des Schwinget im Zurzibiet 2019.

Nik Alpiger im hellen Hemd gegen Christoph Bieri im Schlussgang des Schwinget im Zurzibiet 2019.

zvg

Letzterer steht nach seinem im Februar erlittenen Aussenbandriss erstmals wieder an einem Schwingfest im Sägemehl.

Rund 150 Jungschwinger messen sich am Sonntag

Nach dem Rangverlesen, an dem der Sieger des Tages den Muni in Empfang nehmen wird, geht es weiter mit der Schwingerchilbi. Das Fest mit DJ soll bis spät in die Nacht hinein dauern. «Ich hoffe, dass wir zusammen mit vielen Besucherinnen und Besuchern bei einer gemütlichen Atmosphäre den Tag ausklingen lassen können», Lukas Kramer.

Am Sonntag sind die Nachwuchs-Schwinger an der Reihe. Um 8.30 Uhr erwartet der Schwingklub Zurzach etwa 150 Jungschwinger im Alter von 8 bis 15 Jahren aus der gesamten Nordwestschweiz. «Zum ersten Mal findet zusätzlich ein Piccolo Schwinget statt», sagt Lukas Kramer. Dieses startet ab 12 Uhr und ist offen für Kinder unter 7 Jahren. «Das wird sicher spannend.» Der Schlussgang der Jungschwinger startet um 15 Uhr.