Baldingen
Der Aargauer Skiverband leidet nicht nur unter Schneemangel

Die prekären Schneeverhältnisse machen auch dem Aargauer Skiverband Sorgen. Präsident ist der Baldinger Martin Süss.

Daniel Weissenbrunner
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Der Baldinger Martin Süss will trotz trüber Aussichten den Skirennsport im Aargau erhalten.

Der Baldinger Martin Süss will trotz trüber Aussichten den Skirennsport im Aargau erhalten.

Daniel Weissenbrunner

Nicht nur im Zurzibiet herrscht Wetter-Tristesse. Der Blick auf die Webcams der verschiedenen Wintersportorte verrät es. Selbst die Niederschläge der vergangenen Tage haben im Alpenbogen nicht zur Beruhigung des akuten Schneemangels beigetragen. Die Schneehöhe liegt im langjährigen Vergleich bei 30 Prozent. Zu spüren bekommt die prekären Verhältnisse auch das Aargauer Ski Team (AST). Die talentiertesten Fahrerinnen und Fahrer des Kantons benötigen nach den Sommer- und Herbsttrainings nun Startgelegenheiten. Die dünne Schneedecke macht den Stangenkünstlern aber einen Strich durch die Rechnung. Jüngstes Beispiel: Am vergangenen Wochenende fiel in Sörenberg das geplante Rennen buchstäblich ins Wasser.

Auch Martin Süss ist über die Wetterkapriolen alles andere als erfreut. Die gute Laune lässt sich der Präsident vom Aargauer Ski Team deswegen nicht verderben. «Wir müssen das Beste aus der Situation machen», bleibt der Baldinger zuversichtlich. Der fehlende Schnee ist auch nicht die einzige Herausforderung, der sich Süss zu stellen hat. Er erlebt mit, wie der alpine Skisport in den vergangenen Jahren laufend an Bedeutung verliert. Im Flachland hat diese Tendenz noch eine selbstverstärkende Wirkung. Vorbei sind die Zeiten, als der Aargauer Urs Lehmann 1993 in Morioka (Jap) in der Abfahrt zu WM-Gold raste.

Immer weniger Fahrer

Die aktuellen Zahlen beim Aargauer Ski Verband belegen den allgemeinen Trend. «Unsere Kader werden immer kleiner», bedauert Martin Süss. Aktuell befinden sich noch zehn Nachwuchshoffnungen in der Obhut des AST. Über die rückläufige Entwicklung kann Martin Süss nur mutmassen. «Das kann mit den Kosten zusammenhängen, mit dem zeitlichen Aufwand oder generell am Überangebot der Freizeitmöglichkeiten liegen.»

Bei aller Zuversicht, die Martin Süss trotzdem versprüht. Der 54-Jährige ist Realist genug: «Weniger Fahrerinnen und Fahrer dürfen es künftig nicht mehr werden, sonst wird es schwierig, den Betrieb in dieser Form aufrechtzuerhalten.» Die Verantwortlichen beim Aargauer Ski Team haben mittlerweile reagiert. Es kommt vermehrt zu Kooperationen mit dem luzernischen Skiverband. Martin Süss spricht von einer idealen Lösung. «Fahrer und Trainer profitieren gleichermassen von dieser Zusammenarbeit.» Eine Fusion sei vorläufig aber kein Thema, sagt Süss.

Nächste Gelegenheit, Werbung in eigener Sache zu betreiben, bietet sich den Aargauer Ski-Cracks am Samstag in einer Woche an den kantonalen Meisterschaften auf dem Hoch Ybrig. «Bei allen Schwierigkeiten: Oberstes Ziel ist es, den Skirennsport im Aargau zu erhalten», betont Martin Süss.

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