Bad Zurzach
Den «Zurzacher des Jahres» gibt es heuer im Doppelpack

Bienli und GG, so heissen die beiden «Zurzacher des Jahres». Dabei kam die Jury etwas ins Schwitzen.

Von Rosmarie Mehlin
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Szepterübergabe des letztjährigen Zurzacher des Jahres, Urs Schmid an Bienli (links) und GG (rechts
10 Bilder
Martin-Bienli Landolt wird für seine Antrittsanrede verkabelt
Hans-Rudolf Leutwyler hat das Bild seines Sohnes Stefan erworben,
Künstler Claude Ardin mit seiner Karrikatur von Schwert-Wirt Adrian Brantschen
Gian, das jüngste Mitglied der Sänklochfäger
Den «Zurzacher des Jahres» gibt es im Multipack
Garagier Enzo Basilicata ist stolzer Besitzer vom Bild der Kandidaton Kalt
Der Künstler präsentiert den Bietenden sein Bild von Theater-Tausendsassa Fredy Diener
Die Schwestern Pèche, Principessa und Krimhilde
Die eine Hälfte des Zurzacher des Jahres, Bienli (in voller Se Barzlis-Montur) und seine Frau Gabi haben sein Bild ersteigert

Szepterübergabe des letztjährigen Zurzacher des Jahres, Urs Schmid an Bienli (links) und GG (rechts

Rosmarie Mehlin

And the winners are: Bienli und GG. Den «Zurzacher des Jahres» gibts heuer tatsächlich im Multipack. Zwar hatte der eine, der Bienli, bei der Volkswahl einen hauchdünnen Vorsprung erreicht.

Doch hatte die Jury, weil der Bienli im entscheidenden Moment telefonisch nicht erreichbar war, den GG erkoren.

Als der Bienli dann doch noch einigermassen rechtzeitig auftauchte, war die Sache salomonisch klar. Nun kann jeder das Zepter halt nur ein halbes Jahr hüten – die Ehre tragen sie gemeinsam.

Der Eine: Eisenbahningenieur, Biker, leidenschaftlicher Gugge-Posaunist bei «Se Barzlis» Martin Landolt – seit der Häfelischuel auch Bienli geheissen. Der Andere: Treuhänder, Vizepräsident des Stiftungsrats sowie Mitglied der Baukommission vom Altersheim Pfauen, der Edelmann Georg - vorne G und hinten G, kurz GG.

Am Donnerstag und Freitag waren in Bad Zurzacher Beizen die Wahlzettel verteilt worden. Nominiert waren auch der gebürtige Walliser und «Schwert»-Wirt Adrian Brantschen, der rührige Theater-im-Flecken-Macher Fredy Diener, die trinkfeste Fasnächtlerin Ruth Kalt und der Praline-König Stefan Leutwyler.

Vorbild Conchita Wurst

Als am Samstag die Katze aus dem Sack gelassen wurde, platzte der Saal im Gemeindezentrum Langwies aus allen Nähten; nicht nur personell, vor allem auch akustisch. Die Rietheimer «Sänklochfäger» liessen kakofonisch keine Wünsche offen. Auch der knapp 21/2-jährige Gian, natürlich in Kostüm und Maske, haute kräftig auf sein Blechtrümmeli.

Auf der Bühne hatten die drei brüderlichen Schwestern Pèche, Principessa und Krimhilde – auf deren Spuren offensichtlich Conchita Wurst wandelt - sowie die Jury-Mitglieder Daniela, Clairette und Carmen Platz genommen. Mit launigen Worten stellten sie die Kandidaten vor und präsentierte Claude Ardin dazu jeweils seine entsprechende köstlichen Karikatur. Nach der Wahl hielten Bienli und GG mit fastnächtlich scharfer Zunge ihre Antrittsreden. Durch die konsequente Verweigerung jeglicher Erneuerung habe Stefan Leutwyler, so Bienli unter anderem, «einen Super-Trend-Shop der Repro Welle» geschaffen und «in fünf Jahren gibt es Flecken nur noch Geschäfte, in den Gummiknochen für Hunde und Occasions-Rollatoren angeboten werden.»

Zum Schluss wurden für einen guten Zweck Ardins Bilder versteigert. Die meisten wurden von den karikierten Personen selbst oder deren Familienangehörigen erworben. Einzig die Karikatur der weinseligen Ruth wurde von einem Aussenstehenden gekauft. Ob Enzo Basilicata dafür als heimlicher Schwerenöter, Kunstsammler oder Weinliebhaber 100 Stutz hingeblättert hat, bleibt ein Rätsel. Kein Rätsel ist der Gesamterlös der Versteigerung: 1060 Franken konnten der Präsidentin vom Verein KiTa Cheschtenebaum, Monic Bamberger, überreicht werden.

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