Corona trübt bei Einkaufstouristen die Shoppinglust

Trotz Befreiung von der Quarantänepflicht ist der Einbruch von Schweizern, die in Deutschland einkaufen, massiv

Hans Christof Wagner
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Zurzeit kaufen weniger ennet der Grenze ein als noch 2018.

Zurzeit kaufen weniger ennet der Grenze ein als noch 2018.

Bild: AZ-Archiv

Die Grenzen sind weiter of- fen. Einkaufstouristen aus den grenznahen Kantonen zu Deutschland dürfen nach wie vor einreisen, um ennet des Rheins zu shoppen. Doch in Waldshut-Tiengen oder Bad Säckingen finden sich deutlich weniger Autos mit Schweizer Kennzeichen als in Nichtcoronazeiten.

Das bestätigen auch die Daten des Projekts Monitoring Consumption Switzerland der Universität St.Gallen, welche die «Basler Zeitung» publiziert hat. Die Wissenschafter werteten Zahlungsdaten von Debitkarten aus. Und zwar unter anderem danach, wie oft sie in Deutschland eingesetzt wurden. Nun zahlen Einkaufstouristen auch mit Bargeld, nicht nur mit Karte. Dennoch dürften die Zahlen ein Indiz dafür sein, wie der Einkaufstourismus im grenznahen deutschen Raum unter Corona gelitten hat.

So lässt sich anhand der Verlaufskurve auch das ganze Drama des wegen Corona verhängten Grenzregimes im Frühjahr ablesen: der Absturz in Woche zwölf mit der Grenzschliessung und dem Lockdown, das Verharren fast auf null in den Folge­wochen und schliesslich der Ausschlag nach oben als Reaktion auf die Wiederöffnung der Grenzen Mitte Juni.

Derzeit zeigt die Kurve nun wieder nach unten. Gaben die Schweizerinnen und Schweizer in der Woche vom 12. bis zum 19. Oktober noch 25 Millionen Franken mit Debitkarten in Deutschland aus, waren es aktuell, in Woche 44, noch 15 Millionen Franken. Zum Vergleich: 2019 hatte der Wert im selben Zeitraum noch 21 Millionen Franken betragen.

Seit Mitte Oktober ist der Einbruch spürbar

Der Grund dürfte in den aktuell hohen Fallzahlen in beiden Ländern liegen. Am 24. Oktober erklärte Deutschland die gesamte Schweiz zum Risikogebiet. Zeitgleich forderte der Bundesrat zum Zuhausebleiben auf.

«Der Einbruch ab Mitte Oktober war auch bei uns deutlich. Und seit November ist an den Zollstellen noch weniger los», berichtet Mark Eferl, Sprecher des Zollamtes Singen, zuständig unter anderem für die Zollstellen Waldshut, Laufenburg und Bad Säckingen. Aus dem Amt Lörrach, wozu Rheinfelden gehört, tönt es ähnlich.

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