Das grösste Wasserrad Europas soll sich wieder drehen: Das hat der Verein Kultur am Mühlebach Böttstein mit den historischen Kulturgütern vor

In Böttstein steht das grösste Wasserrad Europas seiner Art. Ein Zurzibieter Verein möchte das Grundstück mit dem imposanten Rad kaufen und damit gleich mehrere kulturhistorische Schätze für die Nachwelt retten und der Öffentlichkeit zugänglich machen. Dafür sucht der Verein nun Geld.

Stefanie Garcia Lainez
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In einer ersten Etappe soll das altershalbe, sehr desolate Wasserrad im kommenden Jahr originalgetreu nachgebaut werden.
Mit einem Generator will der Verein Kultur am Mühlebach Böttstein in Zukunft zudem Strom erzeugen.
Vereinspräsident Peter Ming und Vorstandsmitglied Edi Wiederkehr stehen neben dem imposanten Wasserrad mit zehn Metern Durchmesser.
Die Holztüre rechts führt hinunter zum Wasserrad. Links befand sich früher die Mahlstube, die über eine kleine Tür mit dem Wasserrad verbunden ist. Darüber sind zwei Wohnungen. Die heute umgenutzte Mahlstube möchte der Verein wieder zum Leben erwecken.
In einer zweiten Etappe sollen Stall, Scheune und Heustock im Ökonomiegebäude Wohnungen, Ateliers und Werkräumen weichen.
Peter Ming (rechts) sagt: «Wir haben dort die grosse Chance, einen Kulturraum zu schaffen.» Ein bewilligungsfähiges Vorprojekt erstellte der Verein bereits. Als Kurslokal dienen soll zu einem späteren Zeitpunkt auch das sogenannte Wochenendhaus, in dem ein naher Verwandte der Besitzerin während einiger Jahrzehnte die Wochenenden mit seiner Familie verbrachte.
Die dritte Etappe umfasst die Sanierung und Umnutzung des Backhauses zu einer «Schau-Bio-Bäckerei». Auch die Bäckerei gehörte ursprünglich zum Schloss, später wohnten dort Gehilfen des Müllers. Der Grossvater der heutigen Besitzerin übernahm die Mühle samt Backhaus und Stall um 1900. Der intakte Gewölbekeller könnte künftig als Informationsraum genutzt werden. «Backen mit Mehl, das mit Wasserkraft frisch gemahlen wurde, ist eine weitere Vision», sagt Edi Wiederkehr.
Der rund 800 Jahre alte, künstlich angelegte Mühlebach versorgt gleich drei Wasserräder mit Wasser.
Die Obere Mühle mit dem obersten Wasserrad existiert nicht mehr. Das zweite Wasserrad mit einem Durchmesser von fünf Metern treibt die Ölmühle und die sogenannte Gattersäge an. Danach fliesst das Wasser durch einen Kanal (im Bild) zum nächsten Gebäude – der Unteren Mühle (Hauptgebäude mit dem Wasserrad, der Mahlstube und zwei Wohnungen).