Bad Zurzach
Damit im Beizendorf kulinarisch alle auf ihre Kosten kommen: Elisabeth Weirich organisiert am Jodlerfest den Gastrobereich

Vom 9. bis 12. Juni ist Bad Zurzach Schauplatz des 32. Nordwestschweizer Jodlerfest. Am Megaevent werden über 20’000 Besucherinnen und Besucher erwartet. Für die Gastroverantwortliche Elisabeth Weirich eine gewaltige Herausforderung.

Rosmarie Mehlin
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Elisabeth Weirich organisiert am Nordwestschweizerischen Jodlerfest in Bad Zurzach den ganzen Gastrobereich.

Elisabeth Weirich organisiert am Nordwestschweizerischen Jodlerfest in Bad Zurzach den ganzen Gastrobereich.

Sandra Ardizzone

Ob Gross oder Klein: Ein Fest ohne Essen und Trinken ist wie ein Sommer ohne Sonne. Ob in einer Woche in Bad Zurzach die Sonne scheint? Ganz gewiss jedoch ist, dass am 32. Nordwestschweizerischen Jodlerfest vom 9. bis 12. Juni garantiert niemand Hunger oder Durst leiden muss.

Elisabeth Weirich ist die Verpflegungsverantwortliche innerhalb vom 19-köpfigen Fest-OK. Sie sagt:

«In grossen und kleineren Zelten mit insgesamt 1700 Sitzplätzen werden Gäste bedient. Daneben gibt es kleine Beizli bei den Vortragslokalen sowie 22 Food-Stände.»

Ende Oktober 2020 hatte der damalige Gemeindeammann Bernhard Scheuber die seit 22 Jahren als Food Beverage-Leiterin im Parkhotel tätige Weirich angefragt, ob sie den Zusatzjob im Dienste des Jodlerfests übernehmen würde. «Die für mich vom Umfang und Umfeld her völlig neue Herausforderung hat mich auf Anhieb gereizt: Ich organisiere gerne und erlebe dabei, wie sich eins zum andern und schliesslich zu einem Ganzen fügt. Allerdings hatte ich, Hand aufs Herz, zu Beginn das Ganze unterschätzt.»

Vorbildliche Wisliker Vereine

Tempi passati! Heute ist die 52-Jährige sichtlich in ihrem Element. Locker und strahlend. Als Erstes hatte sie Kontakt mit Silvia Meister, der Präsidentin des NWS Jodlerverbandes aufgenommen und von ihr, sowie von Kilian Bader, der das 31. NWS-Jodlerfest 2019 in Mümliswil das Ressort Gastronomie innehatte, viele Tipps und Ratschläge bekommen.

«Im März 2021 haben wir die Vereine sämtlicher 23 Zurzibieter Gemeinden angefragt, ob sie – wie an solchen Festen üblich – eine Beiz führen würden», sagt Weirich. Nach, coronabedingt, zunächst zögerlichen Reaktionen, war der Rücklauf höchst erfreulich: «Aus Wislikofen zum Beispiel, machen sämtliche Vereine mit. Sie haben sich als Erste angemeldet und ein Chalet mit 200 Sitzplätzen übernommen. Die Landfrauen ihrerseits führen ein Zelt mit 150 Plätzen», erklärt sie.

40 Franken Miete pro Sitzplatz

Das grösste Zelt mit 500 Plätzen wird von der Migros geführt, das grosse Chalet mit 360 Plätzen von der Galfri-Catering- und Event GmbH, die zudem sämtliche Kaffeemaschinen liefert. Die beiden Chalets sind von der Chalets4you in Endingen angemietet. «Für das Zelt oder Chalet zahlen die Betreiber pro Sitzplatz 40 Franken Miete, inklusive Möblierung, Strom, Wasser und Festmaterial», sagt Elisabeth Weirich.

Auch Kühlwagen werden vom Veranstalter zur Verfügung gestellt, für die Kücheneinrichtungen hingegen sind die Beizenbetreiber selbst zuständig. Immerhin fällt das Abwaschen weg: «Das Geschirr stammt von der Firma ‹cup and more›, die sauberes liefert und schmutziges abholt.»

4 Franken für ein Mineralwasser, 6.50 für eine Bratwurst

Wo und wie man sich verpflegt, hängt erfahrungsgemäss nicht selten von freien Sitzplätzen ab. Zentral ist aber auch die Frage nach dem Was. «Wir haben beim Essen Wert auf ein breites Angebot gelegt. So wurde zum Beispiel allen Anbietern mitgeteilt, dass der ‹Chäs König› in einem Zelt mit 40 Sitzplätzen Raclette anbietet», erklärt Weirich.

Es gäbe Beizen, die Menus auftischen, was sie kosten sollen, sei ihr nicht bekannt. «Preispolitisch haben wir vom OK festgelegt, dass Mineralwasser einheitlich 4 Franken, Süssgetränke 5 Franken sowie ein Kafi Lutz 5.50 Franken kostet. Eine Bratwurst vom Grill muss am Stand für 6.50 Franken und im Zelt oder Chalet 7 Franken angeboten werden», sagt Weirich weiter.

An Hopfensaft wird generell Müller-Bräu ausgeschenkt. «Müller Bräu muss ihre Einrichtungen dann am Montag umgehend nach Wettingen dislozieren, wo am Mittwoch das zweiwöchige Kantonale Turnfest beginnt.» Über die Rebensaft-Preise haben sich die vier vertretenen Winzer geeinigt. Es sind dies das Weingut Zum Sternen Würenlingen, die Weinbaugenossenschaft Döttingen sowie aus Tegerfelden Baumgartner Weinbau und Michael Deppeler vom Weingut Alter Berg.

Von Überforderung keine Spur

«Die Beizer mussten ihre Getränkebestellungen bis Mitte Mai aufgegeben haben. Die Firma Mauchle stellt als Lager zentral einen grossen Container beim Jodlerdörfli zur Verfügung», sagt Weirich.

Von der anfänglich befürchteten Überforderung ist bei Elisabeth Weirich keine Spur mehr vorhanden. «Ich habe inzwischen viele tolle Bekanntschaften gemacht. Bereits haben viele Aktive bei mir Tische für den Abend reserviert. Dabei war man sofort beim Du und ich hatte mit auffallend ‹gäbigen› Leuten zu tun. So freue ich mich jetzt sehr auf mein erstes Jodlerfest.»