Waldshut
Abriss geplant: So soll das neue Rheinschloss aussehen

Das Rheinschloss in Waldshut ist vom Schweizer Ufer aus in Full gut zu erkennen – und wahrlich keine Augenweide. Das soll sich ändern: Für 20 Millionen Euro ist ein spektakulärer Neubau geplant.

Roland Gerard (Südkurier) und Nadja Rohner
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Rheinschloss in Waldshut (D) wird neu gebaut
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Heute: Das alte Schloss, von Full her betrachtet.
Blick vom Rhein auf das neue «Rheinschloss».
Der Neubau wird wie das bisherige Rheinschloss acht Geschosse beinhalten. Geplant ist eine Rhein-Lounge mit Terrasse und Panoramablick.
Das Rheinschloss heute - im Hintergrund der Rhein und Full.
Rheinschloss in Waldshut (D) wird neu gebaut

Rheinschloss in Waldshut (D) wird neu gebaut

Südkurier

Das neue Rheinschloss würde dem östlichen Stadteingang von Waldshut ein spektakuläres Gesicht geben – und den Fullern eine wesentlich schönere Aussicht auf die deutsche Nachbarschaft. Dies zeigen aktuelle Pläne, die dem Waldshuter Gemeinderat vorgestellt werden.

Das neue Gebäude mit acht Geschossen oberhalb und vier Geschossen unterhalb des Strassenniveaus soll das baufällige und leerstehende alte Rheinschloss ersetzen. Wie bisher sind rund 70 Prozent Wohnraum und 30 Prozent Geschäftsnutzung geplant. Neu ist die Idee eines Gastronomiebereichs. Die Rhein-Lounge mit Terrasse soll den Panoramablick über das Flusstal nutzen. Damit wird der Freizeit-Aspekt des Rheinschloss-Konzepts ergänzt, zu dem auch ein Bootsanlegesteg gehört.

Für die Bauarbeiten, die am Nadelöhr B34 eine besondere Herausforderung darstellen, gibt es einen Lösungsansatz. Demzufolge könnte der Zugang per Schwimmponton über den Rhein geregelt werden. «Wir müssen mit über 20 Millionen Euro Baukosten rechnen», sagt Bruno Stärk.

Der Inhaber einer Firma für Fachpersonal-Leasing hat bereits diverse Immobilien in der Stadt erworben, unter anderem einen grossen Teil der Wohn- und Geschäftshauszeile im Waldshuter Wallgraben. Stärk geht davon aus, dass er das Rheinschloss-Projekt ohne ein Partnerunternehmen realisieren wird. Nach seiner Schätzung könnte der Bau frühestens gegen Ende 2015 beginnen. Stärk: «Wir möchten so rasch wie möglich in die Realisierung gehen.» Findet die Entwurfsplanung die Zustimmung des Gemeinderats, wird es in einem nächsten Schritt unter anderem um das Verkehrskonzept gehen. Geklärt werden muss, wie die Anbindung des neuen Wohn- und Geschäftshauses an die viel befahrene Bundesstrasse funktionieren soll.

Zur Neubaugestaltung hatte Stärk einen Wettbewerb ausgeschrieben, den die Stuttgarter Architekturgemeinschaft Haas Cook Zemmrich gewann. Der an dem Büro beteiligte Architekt Martin Haas stammt aus Tiengen.

Das Hochhaus, von Bauunternehmer Theodor Wagner im Jahr 1900 erbaut, steht seit rund zwölf Jahren leer.