Mit ihrem auf Petitio lancierten Begehren hat die FDP Unterentfelden den Nerv getroffen, den seit dem Frühling das neue Verkehrsregime auf der Hauptstrasse bei den WSB-Übergängen Feldstrasse und Erlifeldstrasse bei vielen Automobilisten reizt. Jedenfalls findet die Petition Unterstützer zu Hauf. Bis gestern Abend (18 Uhr) waren es bereits 430 Personen, die sich mit den Petitionären solidarisierten.

Das Problem: Wenn die Barrieren runtergehen, warten nicht nur die von Aarau herkommenden Rechtsabbieger. Nein, es staut sich auch der Verkehr geradeaus, weil es für beide Fahrtrichtungen nur noch eine einzige Spur und ein gemeinsames Rotlicht gibt. Messungen der AZ im April haben Wartezeiten von bis zu drei Minuten an den Tag gebracht. Am längsten sind die Schranken unten, wenn zwei Züge bei der Haltestelle Distelberg kreuzen. Für einen Automobilisten, der eigentlich geradeaus fahren möchte und nicht begreift, weshalb er überhaupt warten muss, sind drei Minuten eine halbe Ewigkeit.

Gemeinde ist nicht untätig geblieben

Mit den Petitionären einig sind auch die meisten Kommentatoren, die sich online zum Artikel in der Schweiz am Wochenende äussern. Einer von ihnen schreibt, die Steuerung der Lichtsignalanlage sei schon immer zu langsam gewesen. Er wundere sich, warum Gemeinderat und Kanton noch nie etwas unternommen hätten. Sein Urteil über das neue Regime: «Schlechter kann man es einfach nicht mehr machen.» Das Begehren der FDP sei absolut berechtigt. «Der Gemeinderat Unterentfelden hat leider scheinbar wiederum nichts unternommen.»

Letzteres trifft, wie Gemeindeammann Heinz Lüscher auf Anfrage der AZ zu verstehen gibt, nicht zu: «Wir sind nicht ganz untätig geblieben.» Der Gemeinderat habe schon wegen der langen Schliesszeiten einen Brief geschrieben. Und auf den 25. Oktober sei eine Sitzung mit Vertretern des Kantons angesetzt, an der mögliche Verbesserungen besprochen würden. Klar ist: Der Kanton wird Vorschläge machen, welche die Unterentfelder Delegation zur Besprechung im Gemeinderat mit nach Hause nehmen wird. Die Hauptstrasse, sagt Heinz Lüscher, sei zwar eine Kantonsstrasse. Wenn bauliche Massnahmen umgesetzt würden, habe die Gemeinde aber einen Teil der Kosten zu tragen.

Lüscher nennt auch den Schwachpunkt des alten Regimes: Die Spuren für den Verkehr nach rechts und geradeaus seien zu schmal gewesen. Platz für zwei Autos nebeneinander habe es nicht wirklich gegeben. Stand zuvorderst ein Rechtsabbieger, der vor dem Blinklicht die Durchfahrt der WSB abwarten musste, hätten geradeaus fahrende Lenker diesen überholt, indem sie auf die Spur für die Linksabbieger (Quellmattstrasse und Suhrenmattstrasse) auswichen.

Möglich wären kürzere Schliesszeiten

Wo es aus kantonaler Sicht Spielraum für Verbesserungen gibt, erklärt auf Anfrage Daniel Schwerzmann von der Unterabteilung Verkehrsmanagement in der Abteilung Tiefbau. Ganz werde sich das Rad nicht zum früheren Zustand zurückdrehen lassen, macht er klar. Doch zur Zeit seien mit der WSB Abklärungen im Gang in Bezug auf eine Optimierung respektive Verkürzung der Schliesszeiten zugunsten des Strassenverkehrs. So soll etwa geprüft werden, ob der Bahnübergang Erlifeldstrasse zwischen der Durchfahrt zweier auf dem Distelberg kreuzender Züge kurz freigegeben werden kann.

Eine Wiedereinführung der überbreiten und doppelt beampelten Fahrspur auf der Hauptstrasse wie früher, sagt Schwerzmann, könne dagegen nicht infrage kommen. Für eine Lösung, wie sie das Bundesamt für Verkehr (BAV) verlange, habe der Platz gefehlt. Darum habe die WSB, zusammen mit dem Kanton, einen Kompromiss suchen müssen, mit dem die Bahnsicherung mit verhältnismässigem Aufwand habe realisiert werden können. Ja gesagt habe das BAV unter Voraussetzung, dass eine fehlersichere, unmissverständliche Sperrung des Strassenverkehrs möglich sei. Das sei, anders als früher, nun der Fall mit der Reduktion auf eine Spur und eine gemeinsame Ampel für Fahrzeuge, welche die Bahnlinie queren und solche, die geradeaus fahren.