Teufenthal
Der Schulleiter soll künftig die Schulpflege-Aufgaben übernehmen – das Pensum wird dazu auf 80 Prozent erhöht

Der Gemeindeversammlung Teufenthal wird zudem eine Ermächtigung des Gemeinderats zur Schaffung neuer Stellen beantragt.

Flurina Dünki
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Schulhaus Teufental

Schulhaus Teufental

Britta Gut

Mit dem Wegfall der Schulpflege per 1. Januar 2022 werden viele zeitaufwendige Aufgaben auf den Gemeinderat und die jeweilige Schulleitung übertragen. Die Gemeinde Teufenthal hat sich ihre Gedanken gemacht, wie dieser Aufwand aufzufangen ist und präsentiert das Ergebnis am Donnerstag der Gemeindeversammlung: Das Pensum der Primarschulleitung soll um 20 Prozent erhöht werden. Dies vorerst bis zum Beginn des Schuljahres 2023/24.

Was die Schulpflege heute leistet, ist nicht zu unterschätzen, wie eine Auflistung in der Broschüre zur Gmeind zeigt. Unter anderem beinhalten die Aufgaben die strategische Planung der Schule, Laufbahnentscheide der Schulkinder, Genehmigung von Übertritten und Promotionsanträgen, Schulbudget, Raumkonzept, Entscheide erlassen und Grundsatzentscheide hinsichtlich der Anwendung des Schulgesetzes.

Das vom Kanton für das Schuljahr 2021/22 bewilligte Pensum für die Schulleitung beträgt 60 Prozent. Dem Gemeinderat ist das zu wenig. Zunächst einmal habe Teufenthal auf die Einsetzung einer Kommission zur Neuorganisation der Führungsstruktur verzichtet, diese Arbeit fällt also auf Gemeinderat und Schulleitung zurück. Weiter erklärt er in der Broschüre: «Die soziale Struktur der Gemeinde Teufenthal stellt zusätzliche Anforde-rungen an die Schule, die mit einem erheblichen Arbeitsaufwand verbunden sind. Weitere Herausforderungen sind der Mangel an Lehr- und Fachkräften, welche die Stellenbesetzungen erschweren und dadurch vermehrt laufende organisatorische Aufgaben anfallen.»

Schulpflege-Pauschale wird zu Schulleiterlohn

Die Sommergmeind 2019 genehmigte bereits eine Pensenerhöhung der Schulleitung um 15 Prozent. Jetzt wird erstens beantragt, den damaligen Entscheid zu bestätigen und zweiten eine weitere Erhöhung um 5 Prozent zu genehmigen. Gemäss Broschüre ergibt das eine Erhöhung um 20 Prozent zu den vom Kanton bewilligten 60 Prozent, am Ende also 80 Prozent. Die dadurch zusätzlich anfallenden Lohnkosten werden zu einem grossen Teil durch die wegfallende Pauschalentschädigung der Schulpflege finanziert (12'000 Franken).

Als Traktandum 5 war eigentlich ein Verpflichtungskredit von 175'000 Franken für den Bau der Trafostation Mühlefeld vorgesehen. Es wurde aber vom Gemeinderat kurzfristig gestrichen, da sich herausgestellt hat, dass sich der vorgesehene Standort nicht eignet. Bezüglich des neuen Standorts, der vom Gemeinderat ins Auge gefasst wurde, müssen erst die Kosten evaluiert werden.

Als weiteres Traktandum möchte der Gemeinderat den Stellenplan abschaffen, der teil des Personalreglements ist. Um mehr Flexibilität bei der Besetzung von Stellen in der Gemeinde zu haben, beantragt der Gemeinderat, dass er durch eine Ergänzung im Personalreglement über die Schaffung neuer Stellen entscheiden kann. Vorbehalten bleibt die Sprechung der Mittel durch die Gmeind. Zudem möchte er neue Stellen in eigener Kompetenz bewilligen, solange das den bisherigen Kostenrahmen nicht überschreitet.

Gute Rechnung dank höherer Steuereinnahmen

Schliesslich müssen die Teufenthaler Stimmberechtigten über die Kostenbeteiligung von neu 8 Franken pro Einwohner für das Programm Impuls Zusammenleben aargauSüd ab 1. Januar 2022 befinden. Die Rechnung 2020 schliesst mit einem Gewinn von 704284 Franken ab. Gegenüber dem budgetierten Verlust von 351400 Franken ist das Ergebnis also um über 1 Million Franken besser ausgefallen. Grund sind einerseits höhere Steuereinnahmen (die gesamten Steuereinnahmen übertrafen das Budget mit 4,1 Millionen Franken), vor allem die Einkommens- und Vermögenssteuern trugen zum besseren Steuerergebnis bei. Zudem wurden wegen der Coronapandemie Einsparungen gemacht, etwa wegen nicht stattgefundenen Veranstaltungen und Schulausflügen oder geringeren Bedarfs an Schulmaterial.

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