Schenken Ortsbürger bald Glühwein aus?

Moosleerau diskutiert die Zukunft der Versammlung – auch eine Auflösung der Gmeind steht im Raum.

Marina Bertoldi
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Die Ortsbürgergemeinden haben einen schweren Stand. Immer mehr werden aus Spargründen und wegen mangelnden Interesses abgeschafft. Dem Moosleerber Pendant könnte bald dasselbe blühen. Hier stehen die Ortsbürger vor einer ungewissen Zukunft. Ende 2019 hat der Gemeinderat eine Kommission gegründet. Diese legt nun drei Möglichkeiten für die Zukunft auf den Tisch, was aus den Unterlagen zur Ortsbürgergemeindeversammlung vom 27. November hervorgeht.

Der drastischste Vorschlag sieht vor, die Ortsbürgergemeinde wie andernorts aufzulösen und in die Einwohnergemeinde zu integrieren. Alle Aktiven und Passiven würden an die Einwohnergemeinde übergehen.

Andere Gemeinden aus der Region sind diesen Weg bereits gegangen. Zwischen 2010 und 2018 haben sich sieben Aargauer Ortsbürgergemeinden aufgelöst beziehungsweise mit der entsprechenden Einwohnergemeinde fusioniert. Darunter zum Beispiel Unterkulm 2017.

Der zweite Vorschlag zielt auf das Gegenteil ab: Die Ortsbürger sollen im Dorf präsenter werden. Zur Debatte stehen etwa der Ausschank von Glühwein und Punsch bei einem Weihnachtsbaumverkauf, die Organisation der Bundesfeier oder die Durchführung neuer Veranstaltungen.

Es fehlt trotz Wald an flüssigen Mitteln

Damit soll auch die Ortsbürger-Kasse aufgebessert werden. Denn, so heisst es in den Unterlagen, «die Ortsbürgergemeinde Moosleerau besitzt wohl Wald. Aktuell kann damit aber kein Geld erwirtschaftet werden. Flüssige Mittel stehen der Ortsbürgergemeinde deshalb nicht zur Verfügung.» Auch eine von der Einwohnergemeinde unabhängig organisierte Gmeind steht im Raum. Die dritte Variante sieht hingegen vor, den Status quo beizubehalten. Die Ortsbürger würden sich weiterhin an den Versammlungen treffen und jedes zweite Jahr den Waldumgang durchführen.

Über ihre Zukunft entscheiden die Ortsbürger selbst. Einer Auflösung müsste zudem die Einwohnergemeinde an der Urne zustimmen. Am 27. November führt die Ortsbürgerversammlung eine erste Meinungsumfrage durch. Ein möglicher Fahrplan der Gemeinde sieht weiterhin vor, die drei Varianten an der Sommergmeind 2021 ausführlich zu diskutieren. Ein Entscheid könnte bei der Wintergmeind nächstes Jahr fallen.

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