Am Mittag ein Döner, am Nachmittag Mundgeruch? Das muss nicht sein, sagte sich Patrick Strahm aus Teufenthal. Gemeinsam mit seinem Geschäftspartner bringt er ein neues Getränk in die Schweiz: Papa Türk. Es ist knallgrün, schmeckt nach Minze und soll den Essensgeruch neutralisieren. Derzeit verhandeln sie mit Imbissketten, Gastronomen sowie Getränke- und Detailhändlern. Im Aargau ist die neue Limonade neben dem Sonnenimbiss in Gränichen und einem Imbiss in Baden ebenfalls in den Schüwo-Getränkemärkten erhältlich.

Die az traf Strahm im Sonnenimbiss, um das angebliche Wundermittel zu testen. Das Kebab-Geschäft hat Papa Türk kürzlich ins Sortiment aufgenommen. Besitzer Mehmet Isik findet, dass es bei ihm gewirkt habe. Dem wollen wir nachgehen und bestellen einen Kebab, scharf, mit allem.

Von Anfragen überschwemmt

In der Aufmachung kommt das Getränk lässig daher. Das Logo: Ein Konterfei eines grinsenden Mannes mit beachtlichem Schnauz. «Bleib lecker», steht darunter. Ein Marketing-Gag sei Papa Türk keineswegs, meint Strahm. Die Wirkung sei echt. Dank den 60 Milligramm Chlorophyll pro Flasche verschwinde der Zwiebel- und Knoblauchgeruch innerhalb einer Stunde.

Isik bringt zwei Döner, mit vielen Zwiebeln. Auf dem Tisch bereit stehen zwei der grünen Flaschen. Beim ersten Schluck stellt man fest: Kein Vergleich. Es schmeckt mehr oder weniger nach Minze, und es ist nicht so süss wie Cola.

Was 2011 als Schnapsidee entstanden ist, steht seit zwei Wochen in der Schweiz zum Verkauf. Erfunden haben Papa Türk deutsche Jungunternehmer. Gemeinsam mit einer auf Lebensmitteltechnologie spezialisierten Hochschule entwickelten sie das Süssgetränk und brachten es vor zwei Jahren auf den deutschen Markt. Den Namen wählten sie als Hommage an ihren Lieblings-Dönerverkäufer.

Eigens um das Getränk zu importieren, haben sich die beiden Döner-Liebhaber aus der Schweiz selbstständig gemacht. Seit Ende Juli ist die Firma «2S Sales and Trading» eingetragen im Handelsregister. Weil Strahms Geschäftspartner André Steimann, den er seit Kindesalter kennt, in Cham wohnt, haben sie dort ihren Sitz gewählt. Nicht aus steuerlichen Gründen, sagt Strahm. Ein Vorteil sei es dennoch.

Das neue Trendgetränk Papa Türk

Das neue Trendgetränk Papa Türk

Dass er in Teufenthal wohne und pendeln müsse, sei kein Problem. Gegenwärtig reise er ohnehin schweizweit von Termin zu Termin. «Wir werden von Anfragen überschwemmt», sagt Strahm, der zuvor im Marketing für Migros gearbeitet hat. Wie aber kamen die beiden Jungunternehmer auf die Idee, Papa Türk in die Schweiz zu holen? Mit seinem Geschäftspartner habe er seit längerem darüber nachgedacht, ein Start-up ins Leben zu rufen, sagt Strahm. Nur: Es fehlte ihnen das entscheidende Produkt. Das änderte sich letzten Februar, als sie im Fernsehen eine Dokumentation über den flüssigen Geruchskiller gesehen haben.

Beide schauten unabhängig voneinander die Sendung, beide wollten einander davon erzählen. Papa Türk war genau, was sie suchten: ein trendiges, neues Produkt.

Alle Bewerber abgehängt

Strahm und Steimann meldeten sich daraufhin bei den Erfindern aus Deutschland. Deren Antwort: Es gäbe bereits viele Anfragen aus der Schweiz. Strahm verschickte dennoch eine ausführliche Dokumentation. Und: Die Bewerbung gefiel. Zwei Monate später erhielten sie den Zuschlag für die Schweiz und Liechtenstein. Das war die Chance, auf die sie gewartet hatten. Nun gründeten sie eine GmbH. Bei der ersten Lieferung kamen aus Deutschland bereits über 14 000 Flaschen.

Dass sie Erfolg haben werden, davon ist Strahm überzeugt: Dank der grünen Farbe und des speziellen Geschmacks eigne sich das Getränk zum Mischen – es sei also auch für Bars und Clubs interessant. Ob sich Papa Wodka oder Papa Libre einst etabliert, wird sich weisen. Seine primäre Aufgabe scheint es jedoch zu erfüllen: Vom Kebab-Geschmack bleibt am Ende tatsächlich wenig übrig. Nur: Auf einen Atemtest verzichten wir denn doch lieber.