Menziken
Ein historischer Akt für die Wynentaler Katholiken - der Pastoralraum Aargau Süd

Die Pfarreien St. Anna Menziken und Bruder Klaus Unterkulm und ihre 11 politischen Gemeinden sind nun in einem Pastoralraum organisiert. Das Bistum Basel möchte alle seine Pfarreien so organisieren.

Flurina Dünki
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Eröffnung des Pastoralraums AargauSüd in der katholischen Kirche Menziken am 14.3.2021.

Eröffnung des Pastoralraums AargauSüd in der katholischen Kirche Menziken am 14.3.2021.

Zvg / Aargauer Zeitung

Ein «historischer Akt», so nennt es das katholische Pfarramt Menziken, ist am Sonntag über die Bühne gegangen. Zum Gottesdienst kam hoher Besuch: Tobias Fontein, Regionalverantwortlicher des Bischofsvikariats St. Urs, kam nach Menziken, um die Errichtung des neuen Pastoralraums «Aargau Süd» zu feiern. Dieser war am 1. März per Dekret durch Bischof Felix Gmür kreiert worden.

Der neu geschaffene Pastoralraum umfasst die 11 Gemeinden Menziken, Burg, Gontenschwil, Reinach, Leimbach, Beinwil am See, Birrwil, Teufenthal, Zetzwil, Unterkulm und Oberkulm. Er verfügt über drei Kirchen in Unterkulm, Beinwil am See und Menziken.

Bei den Pastoralräumen handelt es sich um eine neue kirchliche Struktur, die das Bistum Basel seit einigen Jahren auf dem ganzen Territorium einführt.

«Es geht darum, dass sich mehrere Pfarreien gemeinsam auf ein grösseres Gebiet ausrichten und sich auf die besonderen Bedürfnisse dieses Kultur- und Lebensraums spezialisieren können»,

erklärt Hans-Ruedi Huber, Kommunikationsverantwortlicher des Bistums.

Was verändert sich dadurch für die Kirche und die Kirchgänger im Wynental? Nicht merklich viel, denn die betreffenden Kirchgemeinden haben schon zuvor stark zusammengearbeitet.

Jede Pfarrei könnte andere Aufgabe übernehmen

Etwas stärker wird die neue Organisation für die Mitarbeiter des neuen Pastoralraums spürbar. «Je nach Ausgangslage wird der Pastoralraum zentral oder dezentral geführt», so Huber. «Aargau Süd» wird neu von Pfarrer Piotr Palczynski als Pastoralraumpfarrer geführt. Weitere Mitarbeiter sind Priester Luis Reyes und Jugendarbeiter Orlando Zambrano.

Das Bistum schreibt den Pastoralräumen keine fixe Organisation vor. Oft führe der Pastoralraum zu einem differenzierteren Angebot, so Huber. So konzentriere sich etwa eine Pfarrei auf Jugend und Familie, eine andere auf Seniorenpastoral oder eine dritte auf diakonische Arbeit. Das sei sehr situativ.

Entsprechend wurde Pfarrer Piotr Palczynski am Sonntag als Pastoralraumpfarrer eingesetzt. Er wurde am vergangenen 15. November von den Mitgliedern der Kirchgemeinde zum Pfarrer gewählt, nachdem er 12 Jahre lang Pfarradministrator gewesen war. Im Bistum Basel erst dann zum Pfarrer gewählt werden kann, wenn die Voraussetzungen zu einer Pastoralraum-Gründung bestehen. Was die Wynentaler etwa noch erfüllen mussten, war ein Minimum an Anzahl Seelsorge-Personal.

Keine Lösung für Personalsorgen der Kirche

Ist der Pastoralraum eine Chance für die Kirchgemeinden, die mit Personalengpässen zu kämpfen haben? Wie Kirchenpflegepräsident Roland Hunkeler weiss, studieren derzeit lediglich drei Studenten an der Universität Luzern Theologie, wobei nicht sicher ist, dass auch alle drei Priester werden wollen. Die Theologische Fakultät ist eine der offiziellen Ausbildungsstellen des Bistums Basel.

Doch als Ausweg zum Personalproblem ist der Pastoralraum nicht gedacht. Die Bündelung der Kräfte sei einer der Vorteile des Pastoralraums, sagt Hans-Ruedi Huber:

«In diesem Sinne trägt die Pastoralraumbildung etwas zur Kompensation des Personalmangels bei, ist aber nicht die Lösung dafür.»

Im Kanton Aargau gibt es derzeit 19 Pastoralräume. Der Pastoralraum Region Aarau umfasst fünf Pfarreien mit 22 Gemeinden: Peter und Paul Aarau, St. Johannes Buchs-Rohr, St. Martin Entfelden, Heilige Familie Schöftland und Heilig Geist Suhr-Gränichen. Zu jenem der Region Lenzburg gehören die Pfarreien Herz Jesu Lenzburg, St. Antonius Wildegg und St. Theresia Seon mit insgesamt 20 Gemeinden.

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