Menziken
Ein ewiges dauerndes Bauprojekt: Das Quartier «Hamburggrube» liegt mit kleinen Retuschen erneut auf

Schon 2013 gab die Gmeind den Segen zum Verkauf des Lands der ehemaligen Kiesgrube. Bis es zum Handel kam, vergingen einige Jahre.

Flurina Dünki
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Visualisierung des Hamburgareals in Menziken

Visualisierung des Hamburgareals in Menziken

Zvg / WYS

Die Transformation der «Hamburggrube» vom ehemaligen Kiesabbaugebiet zur neuen Wohnsiedlung braucht Zeit. Das ehemalige Gemeindeland von 9300 Quadratmetern hätte gemäss Beschluss der Menziker Gemeindeversammlung schon 2013 an einen Bauherrn verkauft werden dürfen - der Handel wurde aber erst Jahre später gemacht.

Im Oktober 2018 lag das Baugesuch für vier Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 87 Wohnungen und Tiefgarage auf. Der Verkauf an die Bauherrin Zima Projektentwicklung AG wurde dann aber nicht getätigt. Stattdessen wurde das Grundstück an das Familienunternehmen Hüsser Generalbau AG in Bremgarten verkauft, das bisher hauptsächlich in der Region Freiamt im Immobilienbereich tätig ist.

Der neue Bauherr macht grosszügigere Balkone

Der neue Bauherr wird das Quartier gemäss den ursprünglichen Bauplänen errichten, das heisst, jedes der Häuser hat fünf Stockwerke plus ein Attika-Geschoss. Zwei Änderungen möchte die Hüsser AG jedoch anbringen, wofür jetzt ein Baugesuch aufliegt. Die Balkone sollen deutlich grösser werden und auch die Tiefgarage mit 107 Parkplätzen wird verändert. Dort sollen gemäss Baugesuch die Fahrbahngassen im Untergeschoss vergrössert, sowie die Flächen optimiert werden.

Es sind verschiedene Zielgruppen, die mit den Wohnungsgrössen von 2.5 bis 5.5 Zimmern angesprochen werden. Diese gute Durchmischung ermögliche Lebensraum für unterschiedliche Generationen, schreibt der Bauherr auf seiner Internetseite. In der Mitte des Areal wird ein Spielplatz mit Teich und ein Gemeinschaftsraum entstehen. Hinzu kommt die Naturschutzzone mit einem Biotop und geschützten Bäumen, die alles umrandet. Letztere gehört nicht zur bebauten Parzelle und ist ein Erbe der Kiesgrube.

Aufteilung Miete/Eigentum noch nicht bekannt

Die Zima AG plante damals eine Aufteilung von 50 Prozent Miet- und 50 Prozent Eigentumswohnungen. Der neue Bauherr hat auf seiner Webseite diesbezüglich noch nichts aufgeschaltet. Gemäss Erhebung vom letzten Jahr weist das Dorf mit 6500 Einwohnern eine Leerwohnungsziffer von 7,49 aus (AZ vom 2.12.2020). In Reinach sind es 3,81, in Schöftland 5,43. Die Menziker Stimmbürger folgen nicht immer dem Gemeinderat wenn dieser empfiehlt, Bauland zu verkaufen.

Die Wintergmeind vom November 2020 lehnte die beantragte Ermächtigung des Gemeinderats ab, Gewerbeland im Gebiet Bifang-Bromen von 1,87 Hektaren zu verkaufen. Das Problem: es gab keinen konkreten Käufer und so war es der Gmeind nicht geheuer. Der Gemeinderat hatte die Ermächtigung beantragt, dass er mit einem geeigneten Käufer einen Verkauf rasch abwickeln kann, bevor sich dieser eventuell wieder zurückzieht.