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Im April öffnet die «Pforte Arbeitsmarkt»

Mit «Pforte Arbeitsmarkt» starten zehn Gemeinden im Bezirk Kulm ein schweizweit einzigartiges Projekt: Sozialdienste, IV-Stellen und die RAV wollen in enger Zusammenarbeit mehr für Stellensuchende erreichen.

Peter Siegrist
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Im Bezirk Kulm starten zehn Gemeinden mit der «Pforte Arbeitsmarkt» ein Pilotprojekt, das in der Schweiz einzigartig ist. In Menziken entsteht ein Kompetenzzentrum, an welchem die Sozialdienste der Gemeinden, die IV-Stelle und das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) beteiligt sind. Alle drei Institutionen arbeiten gemeinsam mit ihren Stellen suchenden Kunden an einem Ziel: Der Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt.

Die «Pforte Arbeitsmarkt» bezieht Büroräume im Businesscenter in Menziken. Sie wird von Eros Barp aus Brugg geleitet. Barp ist gegenwärtig Leiter des temporären RAV Lenzburg, das Ende Jahr die Türen schliessen wird.

Momentan wird das Personal für die Pforte innerhalb der drei beteiligten Institutionen rekrutiert. Barp: «Die Leute beziehen einen neuen Arbeitsplatz, bleiben aber Angestellte ihrer Institution (Sozialdienst, IV, RAV)

Die «Pforte Arbeitsmarkt» ist künftig für alle Stellensuchenden im erwerbsfähigen Alter im Bezirk Kulm die Anlaufstelle. Die Kunden treffen auf eine einzige Ansprechperson, welche die Probleme beurteilt, den Kunden berät und wenn nötig, die richtigen Fachpersonen einschaltet. «Damit werden Doppelspurigkeiten vermieden», sagt Eros Barp. Bei komplexen Problemen erhält der Kunde schneller Beratung und Hilfe, weil die Institutionen unter einem Dach sind.

Wichtige Partner sind Arbeitgeber

Für den Leiter der Pforte sind die Arbeitgeber in der Region ganz wichtige Partner. «Wir können unsere Aufgabe nur erfüllen, wenn wir Arbeitgeber an der Seite haben, die Stellen anbieten.» Zwei Mitarbeiter der Pforte betreuen die Arbeitgeber der Region, sie vermitteln ihnen passende Kandidaten für ihre offenen Stellen.

«Unser Ziel ist es, dass sowohl gut vermittelbare Stellensuchende als auch Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen arbeiten können und ihre Selbstständigkeit erhalten», sagt Barp.

Gegenwärtig werden im ersten Stockwerk des Businesscenters – ehemaliger Hauptsitz der Bank in Menziken – die Büros und Nebenräume eingerichtet. Gipser, Maler und IT-Techniker sind am Werken. In den Monaten Februar und März wird Stellenleiter Eros Barp mit seinen neuen Mitarbeitern vorerst Schulungen durchführen, die komplexen Abläufe einspielen und das Team auf die anspruchsvollen Aufgaben vorbereiten.

«Unsere Mitarbeiter müssen sehr gut Bescheid wissen über die verschiedenen Klientengruppen und die Rahmenbedingungen der IV, RAV und Sozialdienste», sagt Barp. Insgesamt sollen 24 Personen in der «Pforte Arbeitsmarkt» mitarbeiten, etliche in Teilzeitpensen.

Die «Pforte» leistet Abklärungen

Der Reinacher Gemeindeschreiber Peter Walz, hält fest, dass der Regionale Sozialdienst weiterhin bestehen bleibt. «Die ‹Pforte› leistet Abklärungen, die Existenzsicherung bleibt jedoch bei den Sozialdiensten der Gemeinden.»

Das Pilotprojekt, welches vom Kanton unterstützt wird, läuft während dreier Jahre, mit der Option um vier Jahre zu verlängern. Die Arbeit wird begleitet und laufend von externen Fachleuten evaluiert.

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