Homberg-Schwinget
«Eidgenossen» zeigten Spektakel im Sägemehl vor 1000 Zuschauern

Joel Strebel entschied den 54. Homberg-Schwinget ob Reinach für sich. Der Uerkner Patrick «Räbi» Räbmatter kämpfte aber beherzt bis zum Schluss.

Wolfgang Rytz
Drucken
Teilen
Eidgenossenduell: Der Freiämter Joel Strebel (rechts) bezwang den Uerkner 150-kg-Brocken Patrick Räbmatter beim 54. Homberg-Schwinget sowohl im vierten Gang wie im Schlussgang.

Eidgenossenduell: Der Freiämter Joel Strebel (rechts) bezwang den Uerkner 150-kg-Brocken Patrick Räbmatter beim 54. Homberg-Schwinget sowohl im vierten Gang wie im Schlussgang.

Wolfgang Rytz

«Ich bin stolz auf euch, das war ein begeisternder Homberg-Schwinget»: So würdigte OK-Präsident André Bergmann am Rangverlesen die spektakuläre Sägemehlshow der 39 Schwinger auf der Wiese beim Berggasthof. 1000 Zuschauer spendeten immer wieder Szenenapplaus bei den angriffig geführten Zweikämpfen.

Ohne Coronabeschränkung wäre die Kulisse noch grösser gewesen. Der Schwingklub Kreis Kulm musste am Nachmittag zahlreichen Schwingerfreunden den Zutritt verwehren, weil die erlaubte Besucherzahl erreicht war.

Sportlich drückten die vier eidgenössischen Kranzschwinger dem Hosenlupf den Stempel auf. Publikumsliebling Patrick Räbmatter lancierte den Kampf um Siegerpreis «Caluna», einem trächtigen Holsteiner Rind. Der Uerkner 150-kg-Brocken besiegte in einem von total fünf «Eidgenossenduellen» den Sarmenstorfer Andreas Döbeli mit Kreuzgriff.

«Rabi» lag in Führung, dann wurde es spannend

Nach drei Gängen führte «Räbi», wie ihn die Schwingerfreunde rufen, die Rangliste mit 30 Punkten an. Die Konkurrenz lag schon mit 1,25 Zählern und mehr zurück. Doch der zweite Freiämter «Eidgenosse», Joel Strebel, verlieh dem Siegeskampf wieder Spannung. Er bodigte Räbmatter im vierten Gang mit innerem Haken.

1000 Besucher geniessen den Homberg-Schwinget – ohne Covid-Zertifikat

Tele M1

Das Einteilungsgericht teilte dem Uerkner Schwergewichter gleich noch einen «Eidgenossen» zu, Nick Alpiger. Dieser hatte zu Beginn gegen Strebel «gestellt». Entsprechend musste er im Kampf um den Schlussgang gegen seinen Trainingskollegen etwas riskieren. Das Duell wogte hin und her, als «Räbi» nach drei Minuten einen Schlungg riskierte. Dabei lag er beinahe selber auf dem Rücken, begrub aber mit dem daraus entstehenden Schwung den favorisierten Staufener unter sich.

Räbmatter gegen Strebel, das Hammerduell im Final

In der Endausmarchung stand ihm zum vierten Mal an diesem Nachmittag ein «Böser» gegenüber. Wie im vierten Gang traf Räbmatter auf Joel Strebel. Auch der auf maximal zehn Minuten angesetzte Schlussgang begeisterte das Publikum, weil beide Schwinger den Sieg suchten.

Nach kurzem Abtasten, bei dem Räbmatter Strebel mit einem Kreuzgriffversuch seine Bärenkräfte spüren liess, ging der Freiämter selber in die Offensive. Doch der Uerkner Brocken wehrte vorerst die dynamischen Kurzversuche ab, ehe das Duell kurz abflachte.

Ein wuchtiger Kurzangriff und der Sieger stand fest

Gegen Ende der fünften Minute hatte Strebel seine Kräfte wieder gesammelt, und mit einem wuchtigen Kurzangriff samt ganzer Drehung beförderte er Räbmatter auf den Rücken. Nachher verriet der Reusstaler:

«Ich liebäugelte mit diesem Festsieg. Mindestens den Schlussgang wollte ich heute erreichen.»

Der Triumph habe für ihn angesichts der starken Besetzung einen hohen Stellenwert, erklärte der 24-jährige Spitzenschwinger des Schwingklubs Freiamt. Rang 2 erreicht Vereinskollege Andreas Döbeli, der den letzten Homberg-Schwinget vor zwei Jahren gewonnen hatte.

Aktuelle Nachrichten