Hirschthal
Neumatte: Breitere Strasse geplant

810'000 Franken kostet die Erschliessung der neuen Hirschthaler Gewerbezone. Das Volk entscheidet an der Gmeind.

Daniel Vizentini
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Die Einzonung der Neumatte ist beschlossen, nun geht es um die Erschliessung.

Die Einzonung der Neumatte ist beschlossen, nun geht es um die Erschliessung.

fdu

Nach dem einstimmigen Ja zur neuen Hirschthaler Bau- und Nutzungsordnung an der letz-ten Gemeindeversammlung und damit zur Umzonung der Landfläche in der Neumatte in eine Gewerbezone, folgte auch das Ja des Grossen Rats. Damit die drei lokalen Firmen A. Meier Gartenbau und Tiefbau, Pfiffner Messwandler sowie Jungheinrich ihre Betriebe ausbauen können, braucht es nun eine angemessene Erschliessung.

Diese wird gemäss Voranschlag insgesamt 810'000 Franken kosten – so hoch ist auch der Verpflichtungskredit, der dem Stimmvolk an der Gemeindeversammlung vom 4. Juni vorgelegt wird. Die Gemeinde wird aber nicht alles zahlen müssen: Die Grundeigentümer werden Teile der Erschliessungskosten übernehmen.

Wie viel, wird erst nach dem Volksentscheid ermittelt. Die Zeit drängt ein wenig: Laut Gemeindeschreiber Alfred Müller wollte man die Vorlage jetzt vor die Sommergmeind bringen, damit die Firmen baldmöglichst bauen können.

Die Strasse mitten im Feld muss verbreitert werden

Die Gmeindsvorlage offenbart weitere Details: Die Alte Strasse, heute eine asphaltierte Landwirtschaftsstrasse, auf der meistens nur Fussgänger und Radfahrer verkehren, soll auf den ersten 100 Metern ab der Holzikerstrasse von 4,5 Meter auf 6 Meter verbreitert werden.

Die Fundationsschicht wird neu erstellt, um künftig Kleinbussen oder Sattelschleppern stand- zuhalten. Auf beiden Strassenseiten gibt es 1 Meter Rand- abschluss. Richtige Trottoirs werden nur bei der Einfahrt zur Holzikerstrasse gebaut. Die neue Strassenbeleuchtung zahlt die Gemeinde zu 75 Prozent, die Eniwa den Rest.

Die Alte Strasse führt schon heute mitten durchs Feld.

Die Alte Strasse führt schon heute mitten durchs Feld.

zVg

Werkleitungen wie Strom oder Telefon sind nicht im Preis miteinbegriffen, Wasser und Abwasser aber schon: Das Trinkwasser fliesst über eine neue Leitung ab der Lindengasse über die Suhre bis in die Neumatte, Hydranten stellen den Brandschutz sicher.

Schmutzwasser geht in die Kanalisation unter der Alten Strasse, die Pumpendruckleitung, die das Abwasser an die Kläranlage Schöftland schickt, wird um rund 100 Metern verlegt. Regenwasser aber soll versickern können oder in die Suhre geführt werden. Eine Versickerungsfläche wird in den künftigen Baugesuchen miteingeplant werden müssen.

Kontrovers: Forstfusion bringt höhere Beiträge

Die Erschliessung der Neumatte und das neue Personalreg- lement der Gemeinde dürften problemlos angenommen werden. Zu Diskussionen hingegen könnte eine andere Vorlage führen: Stimmen die Ortsbürger Ja zur grossen Forstfusion Suhrental-Ruedertal, werden zwar insgesamt Einsparungen und mehr Effizienz erwartet.

Erhöht werden müsste aber der Beitrag der Einwohnergemeinde an den Forstbetrieb für Waldwegunterhalt und andere «gemeinwirtschaftlichen Leistungen». Seit 2011 zahlt Hirschthal jährlich 13'600 Franken dafür, nach der Fusion wären es 22'174 Franken. Wobei dieser Wert laut Gemeinde auch ohne Fusion erhöht werden müsste, da dem Forstbetrieb zunehmend das Geld fehlt.

Geld konnte die Gemeinde letztes Jahr immerhin mehr einnehmen als erwartet: Die Rechnung 2020 schloss dank höheren Steuererträgen und tieferen Ausgaben für Verwaltung und Bildung rund 700'000 Franken über dem Budget ab. Umweltschutz und Raumordnung kosteten zwar 44'000 Franken mehr, was aber ausgeglichen wurde durch etwa 50'000 Franken mehr Baubewilligungsgebühren für die sieben Mehrfamilienhausprojekte im Dorfkern.

Gemeindeversammlung: 4. Juni, MZH Hirschthal. Ortsbürger um 19 Uhr, Einwohner um 20 Uhr.

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