Coronavirus
Glühweintrinken via Videochat: Ehepaar aus Muhen lanciert digitalen Weihnachtsmarkt

In Muhen gehen die Weihnachtsstände in Zeiten von Coron online. Stefan und Cornelia Märki aus Muhen bieten eine neue digitale Plattform für Marktfahrer an, die wegen der Corona-Krise nicht ausstellen können.

Marina Bertoldi
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Stefan und Cornelia Märki mit ihrer Weihnachtsmarkt-Onlineplattform.

Stefan und Cornelia Märki mit ihrer Weihnachtsmarkt-Onlineplattform.

Zur Verfügung gestellt

Sanft rieseln die Schneeflocken, im Hintergrund brennt eine Kerze: Es weihnachtet – wenn auch nur auf dem Bildschirm. Da dieses Jahr viele Weihnachtsmärkte abgesagt wurden, haben sich Stefan und Cornelia Märki aus Muhen ­etwas ausgedacht: Sie bewirtschaften einen Online-­Weih­nachtsmarkt. Dieser soll heimeliger sein als andere Verkaufsplattformen.

«Auf die Idee sind wir durch Marktfahrer in unserem Umfeld gekommen», sagt Stefan Märki. Seit eineinhalb Jahren führen er und Cornelia Märki die Agentur Märki Marketing, kümmern sich um den Social- Media-Auftritt von regionalen Unternehmen.

Ihre neuste Idee, der virtuelle Weihnachtsmarkt, geht so: Auf ihrer Internet­seite können Marktfahrer ihre Produkte in einem eigenen Shop anbieten. Für November und Dezember kostet dies zwischen 300 und 600 Franken. Dafür kümmert sich das Ehepaar Märki zusammen mit zwei Freunden um den Unterhalt der Seite, die Zahlungsabwicklung und generiert mit zahlungspflichtiger Werbung Reichweite auf den Sozialen Medien.

Teerunde auf Facebook mit den Marktfahrern

Neun Stände gibt es auf der Seite bereits, zwei weitere werden in Kürze aufgeschaltet. Darunter lassen sich etwa Naturseifen aus dem Fricktal, Schmuck aus Muhen oder Merchandising-­Produkte des Komikers Peter Löhmann finden. «Wir hatten in der ersten Woche etwa tausend Besucher», sagt Stefan Märki.

Der virtuelle Markt ist nicht die erste Internetseite, die Stefan Märki ins Leben ruft. Vor dreizehn Jahren gründete er die heute inaktive Seite www.vermissemeinekatze.ch, 2011 die ebenfalls eingestellte Plattform www.lovemessage.ch, eine Internetseite mit Liebesbotschaften.

Doch der Weihnachtsmarkt soll mehr sein als eine anonyme Verkaufsplattform. «Wir wollen nicht, dass die besinnliche Vorweihnachtszeit-Stimmung ganz verloren geht», so der 40-Jährige. Jeden Montagabend können sich die Marktbesucher daher mit dem Ehepaar und den Markfahrerinnen im Video-Chat auf Facebook treffen. «Wir reden, lachen und trinken zusammen Tee oder Glühwein», sagt Stefan Märki. Wer will, kann nebenbei gleich seine Weihnachtsgeschenke shoppen.

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