Forstfusion
Wenn diese 10 Gemeinden ihre Forstbetriebe zusammenschliessen, wird der Wald zum Kompetenzzentrum

Die Gemeinden des Oberen Suhrentals und des Ruedertals stimmen diesen Sommer über den Beitritt zur Forstfusion ab. Noch sind keine lauten Stimmen dagegen zu hören.

Flurina Dünki
Merken
Drucken
Teilen
Schweizer Holz (Symbolbild: Hirschthal) bringt nichts mehr ein, die Forstbetriebe müssen deshalb zusammenschliessen

Schweizer Holz (Symbolbild: Hirschthal) bringt nichts mehr ein, die Forstbetriebe müssen deshalb zusammenschliessen

Kim Wyttenbach / Aargauer Zeitung

Drei Jahre lang hat die Arbeitsgruppe der Suhrentaler Forstfusion am Zusammenschluss der drei Forstbetriebe Muhen-Hirschthal-­Holziken, Leerau-­Rued und Oberes Suhrental gearbeitet. Ziel: Den Wald von 10 (Ortsbürger-)Gemeinden per 1. Januar 2022 zum Forstbetrieb Suhrental-Ruedertal zu machen. 10 Gemeindeversammlungen von Ortsbürgern (meist gehört ihnen der Wald) und Einwohnern (sie zahlen die Beiträge) stimmen diesen Sommer über den Beitritt ab. Die Fusion ist vollbracht, wenn die zustimmenden Gemeinden mindestens 80 Prozent der Einwohner aller 10 Gemeinden repräsentieren.

Mit der Gründung des Forstbetriebs Suhrental-Ruedertal würde einer der grössten und modernsten Forstbetriebe im Aargau entstehen. Der Zusammenschluss drängt sich nicht nur wegen Spardruck durch tiefe Holzpreise auf – alle drei Betriebe weisen zu kleine Flächen auf, um künftig rentabel zu sein. Auch werden in den nächsten Jahren die Förster Martin Leu, Urs Gsell und Daniel Zehnder pensioniert.

Rumfeilen am Kostenverteilschlüssel

Grosser Widerstand gegen die Fusion ist bisher aus keiner der 10 verbleibenden Gemeinden zu spüren. Bisher hatte sich einzig Schmiedrued der Fusion abgewandt, weil die Gemeinde eine individuelle Lösung bevorzugt. Was ebenfalls für eine gütliche Gesinnung der Gemeinden hinsichtlich der Fusion spricht: Seit der Zwischenstand-Infoveranstaltung im letzten Herbst ist an den Grundlagendossiers nicht mehr viel geändert worden. Beim Kostenverteilsschlüssel musste etwa nach Gesprächen mit einzelnen Gemeinden noch korrigiert werden. Es bleibt also beim ursprünglichen Konzept «ein Forstrevier – zwei Förster». Das bestehende Forstpersonal und die Lernenden werden übernommen.

Gemäss dem Leitbild will der fusionierte Betrieb eine «effektive und zukunftsfähige Forstorganisation» sein. Und ein «Kompetenzzentrum für Wald, Natur und Umwelt», die von «Waldbesitzern und der Bevölkerung anerkannt und geschätzt» wird. Wobei bereits klar wird: Der Forstbetrieb der Zukunft muss sich neu erfinden. Holzförderung alleine hat ausgedient. Auch in den drei Punkten der Strategie der ersten Etappe 2022 - 2025 ist dies rauszulesen:

  • Führungsorgan, Betriebsleitung und Mitarbeitende arbeiten kooperativ und erfolgreich im Rahmen der neuen Betriebsstruktur
  • Der Forstbetrieb wird als Kompetenzzentrum Wald wahrgenommen
  • Die Geschäftsbereiche werden differenziert bewirtschaftet und zukunftsgerichtet entwickelt.

Der neue Forstbetrieb will sich wenn möglich selber finanzieren. Zum Anschub leisten die Ortsbürger einen einmaligen Beitrag an den Eigenkapitalbedarf von 620'000 Franken. Danach leisten die Einwohnergemeinden einen jährlichen Sockelbeitrag.