Flugplatz
Flugplatz-Betreiberin: «Wir fliegen nicht mehr zur Mittagszeit»

Die Flugplatz-Betreiberin Flubag informierte Piloten und Fallschirmspringer über die neu in Kraft getretene Vereinbarung mit den Anrainergemeinden und erläuterte sich daraus ergebende Anpassungen im Flugbetrieb.

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Die Flugplatzbetreiberin orientierte die Piloten vor Ort. ERIK SCHWICKARDI

Die Flugplatzbetreiberin orientierte die Piloten vor Ort. ERIK SCHWICKARDI

Der Flugplatz Beromünster nimmt die Anliegen der Nachbarn ernst: So etwa starten neu keine Flugzeuge mehr in der Mittagszeit. Anzahl Flüge und Lärm werden beschränkt.

«Der Flugplatz-Betreiberin Flubag liegt ein gutes Einvernehmen mit den Anrainern sehr am Herzen», stellte Hans-Rudolf Müller, Präsident des Verwaltungsrates und selbst langjähriger Pilot, gleich bei der Begrüssung der rund 100 Piloten und Fallschirmspringer im Hangar klar.

Deshalb sollten die Flugplatzbenutzer aus erster Hand über die neu ausgehandelten privatrechtlichen Vereinbarungen und Anpassungen des Betriebsreglements informiert werden. Flubag-Verwaltungsrat Jürg Wildi setzte die Flugplatzbenutzer über die wichtigsten Neuerungen ins Bild: Die Mietverträge mit den Landbesitzern des Flugplatzareals, Stadt und Kanton Luzern, konnten bis 2020 (mit Option auf Verlängerung bis 2027) verlängert werden.

In einer neuen privatrechtlichen Vereinbarung mit den Gemeinden Beromünster und Neudorf werden Details zum Flugbetrieb geregelt. Bei den Verhandlungen waren Mitglieder der betreffenden Gemeinderäte, Flugplatz-Befürworter und -Gegner aus der Bevölkerung, ein Vertreter des Aero-Klubs Zentralschweiz sowie die Flubag zugegen.

Flugplatz nimmt Rücksicht

Das neue Betriebsreglement verbietet Starts über Mittag (Mo-Sa von 12 bis 13 Uhr, So von 12 bis 14 Uhr), die Platzvolten werden am Abend eingeschränkt (Mo–Sa ab 19.30 Uhr keine Platzvolten, am So gar keine). Die Flughafenbetreiberin Flubag verpflichtet sich, die Bewegungszahlen für Motorflugzeuge inkl. Motorsegler auf 14200 sowie Helikopter auf 1800 zu beschränken, was gegenüber der vorherigen Regelung eine massive Reduktion bedeutet.

Alle Fluggeräte unterliegen zudem einem «Lärmkorsett»: Ein in den Verhandlungen festgelegter Gesamtlärmpegel darf jährlich nicht überschritten werden. «Für den Flugplatz Beromünster wird nirgends in der Umgebung der gemäss eidgenössischer Lärmschutzverordnung zulässige Lärmpegel auch nur annähernd erreicht», erklärt Jürg Wildi. «Oft ist jedoch die subjektive Lärmwahrnehmung der Anwohner aber eine andere.»

«Was ich sehr geschätzt habe, dass in den teilweise harten Verhandlungen mit Behörden und Anwohnern immer eine sachliche Diskussion möglich war», erwähnt Jürg Wildi, der zusammen mit Marc Siegenthaler, die Verhandlungen seitens der Flugplatz-Betreiberin Flubag führte. Der Flugplatz Beromünster nimmt die Anliegen der Bevölkerung ernst und prüft auch aus eigenem Antrieb weitere Verbesserungsmöglichkeiten für den Flugbetrieb, erklärt VR-Präsident Hans-Rudolf Müller: «Eine befestigte Piste würde den Flugbetrieb wetterunabhängiger machen, die Flugauslastung könnte besser verteilt werden auf Zeiten, wo keiner draussen grilliert und die Leute die Fenster geschlossen haben.»

Der Flugplatz hat viele Fans

«Manchmal hat man fast den Eindruck, einige Flugplatz-Gegner überwachen unsere Landebahn schärfer als die Luftaufsicht den Verkehr eines Grossflughafens», schmunzelt Jürg Wildi. Er bat die Piloten, sich beim An- und Abflug an die vorgegebenen Volten zu halten und Rücksicht auf die Anwohner zu nehmen, die vereinbarten Rechte aber auch zu nutzen: «Der Flugplatz Beromünster ist seit 1963 in unserer Gegend zu Hause, bei der Bevölkerung durchaus beliebt und hat viele Fans, nur melden sich die halt meist nicht lautstark zu Wort», erklärt Wildi.

«Auf kleinen Flugplätzen wie bei uns fängt die Fliegerei an», bekräftigt Flubag-Verwaltungsrat Marc Siegenthaler: «Der Flugplatz Beromünster ist ein wichtiger Ausbildungs-Flugplatz für angehende Piloten, zur Zeit werden mehr als 20 Schüler ausgebildet. Viele unserer einstigen Flugschüler sind heute als Piloten bei der Swiss oder der Rega im Einsatz, fliegen für die Polizei oder löschen Waldbrände wie kürzlich im Wallis.» Der fest in der Region verankerte Flugplatz Beromünster ist ein beliebtes Ausflugsziel für Familien aus nah und fern. Am 2. Juli findet auf dem Flugplatz-Gelände die traditionelle «Flüügerchilbi» statt. (esw)

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