Regionales Altersheim
Fälle haben sich gehäuft: 6 Coronatote innert drei Wochen im Altersheim Muhen

In den letzten drei Wochen haben sich die Fälle gehäuft. Neue Schutzmassnahmen sind nicht vorgesehen.

Daniel Vizentini
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Das Regionale Altersheim Muhen-Hirschthal-Holziken.

Das Regionale Altersheim Muhen-Hirschthal-Holziken.

mik

Unter den Todesanzeigen dieser Woche finden sich auffallend viele ältere Menschen aus den Suhrental. Allein am Donnerstag waren es im «Landanzeiger» vier Personen aus Muhen und je zwei aus Hirschthal und Schöftland.

Leonardo Stanca, Leiter des Regionalen Altersheims Muhen-Hirschthal-Holziken, bestätigt: In den letzten drei Wochen gab es bei ihnen zehn Todesfälle, sechs davon wegen Corona. Von den kantonsweit 59 Coronaopfern in Alters- oder Pflegeheimen seit dem 1. Oktober war also etwa jedes zehnte in Muhen stationiert. Die gute Nachricht: Zehn Personen aus dem Müheler Heim haben Corona besiegt, darunter eine 96-Jährige.

Laut Leonardo Stanca haben die Bewohner, die selbstständig draussen unterwegs sein dürfen, das Virus wohl ins Heim gebracht, ohne es zu merken. «Wie alle Heime der Region hatten wir zuvor keine Infektionen. Aber weil das Heim offen blieb, war es nur eine Frage der Zeit.»

In Muhen werden Coronapatienten isoliert und bei schweren Krankheitsverläufen in die Spitäler Aarau oder Zofingen verlegt. Anders als im Frühling wird das Heim aber nicht geschlossen: Es dürfen neu aber höchstens zwei Besucher pro Bewohner auf einmal kommen, ihre Masken müssen sie jederzeit anbehalten. «Wir denken, so sollte es gut kommen», sagt Stanca.

Schöftland coronafrei – weil rigoros getestet wurde

Auch Hans Rösch, Präsident des Trägervereins des Altersheims, sagt: Man werde so weiterfahren wie bisher, es sei denn, es kämen andere Erkenntnisse oder Vorschläge seitens des Kantons. Bisher hiess es, das Heim erfülle alle Vorgaben. «Doch es ist in vielen Heimen so: Wenn das Virus einmal drin ist, ist es schwierig, es wieder wegzubringen.»

Und man müsse abwägen, denn die Bewohner würden an einem Besuchs- oder Ausgangsverbot wie im Frühling leiden. «Ich würde gerne selber vorbeigehen, mit den Bewohnern und Mitarbeitenden sprechen und ihnen Mut machen», sagt er. Doch als 75-Jähriger gehöre er selber zur Risikogruppe. In Muhen kümmern sich 70 Angestellte – die meisten Teilzeit – um 55 Bewohner. Das Durchschnittsalter beträgt 86 Jahre, die älteste Bewohnerin ist 101.

Das Coronavirus aus dem Altersheim verbannen konnte Schöftland: Nach einigen Coronafällen im dortigen Alterszentrum Suhrental im Oktober – die genaue Zahl geben sie nicht bekannt – wurden alle 150 Mitarbeitenden rigoros getestet. Zehn von ihnen waren positiv, aber symptomfrei, hätten also ohne die Tests normal weitergearbeitet.

27 Personen mussten gleichzeitig in Quarantäne. Um die Ausfälle aufzufangen, kamen Angestellte aus ihren Ferien zurück und sprangen ein. «Seitdem wir zeitnah testen und das Schutzkonzept konsequent umsetzen, hatten wir keine Coronafälle mehr», sagt Geschäftsleiterin Bernadette Flükiger.