Teufenthal
Erschliessung kann angegangen werden

Der Kostenteiler mit Unterkulm gab viel zu reden – trotzdem grünes Licht für gemeinsames Projekt

Sibylle Haltiner
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Die Zufahrt über den Grenzweg zum Industrieareal ist für den Schwerverkehr schwierig und nur noch befristet möglich.

Die Zufahrt über den Grenzweg zum Industrieareal ist für den Schwerverkehr schwierig und nur noch befristet möglich.

Sibylle Haltiner

Die Anspannung war Gemeinderat Peter Weber, der das Projekt vorstellte, anzumerken. An der Gemeindeversammlung vom Freitagabend ging es unter anderem um den Projektierungskredit von 200 000 Franken für die Erschliessung des ehemaligen Injecta-Areals und der Feldmatte auf Unterkulmer Boden. Diese soll zusammen mit der Nachbargemeinde erfolgen – genau das war der Knackpunkt des Geschäfts.

Der Zugang zum ehemaligen Injecta-Areal ist das grosse Problem: Der Bahnübergang beim WSB-Bahnhof wird in absehbarer Zeit geschlossen, die Zufahrt über den Grenzweg ist für den Schwerverkehr schwierig und nur noch befristet möglich. Der Gemeinderat plant daher eine Erschliessung von der Schmittengasse her.

Alleingang wäre viel teurer

An der Gmeind wurde über den Planungskredit in der Höhe von 200 000 Franken abgestimmt. Die Kosten für den gesamten Ausbau sind auf 3,64 Mio. Franken veranschlagt. Da damit auch das Gebiet Feldmatte, das zu Unterkulm gehört, erschlossen wird, übernimmt die Nachbargemeinde gemäss Perimeterfläche einen Anteil von 55,1 Prozent, für Teufenthal bleiben 44,9 Prozent. Durch den Anteil, welchen die Grundeigentümer an die Erschliessung zahlen müssen, sowie die zusätzliche Kostenbeteiligung von Unterkulm im Rahmen des Kreiselprojekts an den Ausbau der Schmittengasse, belaufen sich die Erschliessungskosten für Teufenthal auf 390 000 Franken. Ein Alleingang hingegen würde rund 1,55 Mio. Franken kosten.

Die Unterkulmer hatten dem Projekt bereits an der Gmeind vom Donnerstagabend zugestimmt. Die Notwendigkeit einer Erschliessung war auch in Teufenthal für die meisten der 76 anwesenden Stimmberechtigten unbestritten: Das Areal soll nicht zu einer Industriebrache verkommen. Die zahlreichen Votanten störten sich jedoch am Kostenteiler. Unterkulm habe eine höhere Wertschöpfung, da die Feldmatte teilweise neu überbaut wird, das Injecta-Areal hingegen nicht gross weiterentwickelt werden kann. Unterkulm solle daher einen viel grösseren Anteil bezahlen. Doch es gab auch Stimmen, die zum Vorwärtsschauen und zur Annahme des Kredits aufriefen.

Die Abstimmung ergab mit 37 Ja- zu 28 Nein-Stimmen eine relativ knappe Zustimmung für den Planungskredit. «Ich habe dafür gekämpft und freue mich, dass wir nun etwas für die Zukunft gestalten können», sagte Gemeinderat Peter Weber. «Mit diesem Projekt könnten wir das Injecta-Areal und den Bahnhof zu einem guten Preis erschliessen.»

Ortsbürger bleiben eigenständig

Auch der geplante Zusammenschluss von Einwohner- und Ortsbürgergemeinde aufgrund der angespannten Finanzlage der Ortsbürger gab zu reden. Zwar nicht in der Einwohnergmeind, die dem Antrag grossmehrheitlich zustimmte, aber in der anschliessenden Ortsbürgergmeind. «Der Antrag kommt zum falschen Zeitpunkt», sagte ein Votant. «Der Holzpreis könnte sich in den nächsten Jahren wieder erholen.» Die Ortsbürger entschieden sich mit sieben zu zwei Stimmen für ein Fortbestehen ihres Status. «Das war ein emotional bestimmter Entscheid», erklärte Gemeindeammann Urs Lehner anschliessend. «Die Ortsbürger ziehen daraus weder Nutzen noch Schaden, doch betriebswirtschaftlich hätte ein Punkt gemacht werden sollen.»

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